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Sex sells!?

In vielen Mangelberufen gibt es unzählige Initiativen, die für Ausbildung, Umschulung oder den Quereinstieg werben.

Lobenswerte Kampagnen fallen oft nicht auf. Die, die ins Auge stechen, sind die schlechten. Und zwar so schlecht, dass

man gar nicht mehr weiß, um welchen Beruf es sich handelt. Vielen ist da die Youtube-Serie „Die Rekruten“ bekannt, eher

eine Verharmlosung des wirklichen Jobs als Soldat. Über die Kosten schweigen wir mal.

Wer es ernst meint Menschen durch Ausbildung oder Umschulung für einen Mangelberuf zu qualifizieren, der zeigt wirklich

wie es im Job läuft. Und ja, man begleitet dort auch einen Kollegen in der Nachtschicht und das am Wochenende, da es Bestandteil sein könnte.

Dazu gehören typische, alltägliche wie spezielle Aufgaben und Referenzen.

Team kennenlernen!

Das ist den meisten Bewerben, die sich für Mangelberufe bewerben wichtig. Wichtiger sind immer noch Verdienst und Soziales.

Jetzt ist mir bei meiner Stellensuche aber etwas ganz Unseriöses über den Weg gekommen. Lokführer

Was sagt dieses Angebot nun aus? Lange überlegt man. Man findet einfach nichts Gutes. Vom Feminismus

mal abgesehen, stellt das Bild doch nun nichts vom Mangelberuf des Lokführers dar. Nach Rücksprache mit einem

aktiven Lokführer wird diese Lok/Baureihe gar nicht mehr eingesetzt.

Werben für Mangelberufe mit „Sex sells!“, das mag auch hier klappen, aber der hat es nicht verdient motivierte und qualifizierte Bewerber zu finden.

Schlimmer wird es, wenn Unternehmer oder Personaler aus diesen Bereichen

von Fachkräftemangel reden.

 

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Du Looser, du…!

Man stelle sich vor:

Männlich. 42. Verheiratet. Einen Sohn (14). Eine Tochter (17). Seit 15 Jahren selbstständig. Jetzt arbeitslos.

Dieser Mann hatte sich kurz nach Bestehen seiner Ausbildung zum Informatikkaufmann selbstständig gemacht.

Schon in der Ausbildung war er im Dorf und auch bald überregional bekannt, um die Computer der „Alten“ zu reparieren.

Jetzt mietete er sich einen kleinen Laden am Rand eines Dorfzentrums. Immer ein paar Computer und Laptos vorrätig.

Dazu die gängigen Peripheriegeräte. Neben dem typischen „Können-Sie-Mir-Mal-Helfen-Service!“ machte er Schulungen für jede Altersklasse im Umgang mit Software und Internet.

Eine Erfolgsgeschichte. Auch privat.

Im Geschäft lernte seine Frau kennen. Sie kam als Kundin. Später half sie auch im Laden aus. Der Laden lief so gut, dass beide sich schnell Eigentum anschafften. Die Kinder kamen. Der Wohlstand wuchs. Die Kinder wuchsen im Laden auf und halfen.

Ein Familienbetrieb wie er im Lehrbuch steht.

Die bittere Wahrheit nach 15 Jahren. Der Laden war nicht mehr zu halten. Preiskämpfe gegen das Internet waren verloren und die Kunden aus dem Dorf kamen auch nicht mehr.

Die Selbstständigkeit war der Tod für ein neues Angestelltenverhältnis.

Zwei Jahre Bewerbungen ohne Erfolg geschrieben.

Zwar mal hin und wieder ein Vorstellungsgespräch, aber kein Vertrag.

15 Jahre lang war er im Familienbetrieb der Entscheider. Zu Hause mussten keine großen Entscheidungen getroffen werden. Wenn die Kinder oder Frau was haben wollte, dann wurde gekauft. Der Erfolg ließ es zu.

Jetzt verdiente sie in einem Bürojob bei einem kleinen Versicherungsbüro das Haupteinkommen. Zwar nicht der gewünschte Job. Nicht der Job, der einem auch privat die Motivation verleiht, aber er brachte Geld!

Sie hatte erhebliche Startschwierigkeiten. Er aber auch. Der Haushalt war nicht so einfach zu stemmen. Abends waren beide geschafft wie nach einem 16-Stunden-Tag im alten Laden. Das erste Jahr war noch voller Motivation, dass beide wieder Arbeit hätten.

Das zweite Jahr ging nach hinten los. Die Kinder waren mit der Weile Teenies und verstanden die Welt nicht mehr. Keine neuen Turnschuhe und Klamotten, nur, weil man sie im Einkaufszentrum sah.

Der Frust wuchs. Auch bei der Frau. Der Wendepunkt im Familienleben musste her. Der Auslöser kam beim Sonntagsbraten. Das Essen stand auf dem Tisch. Man wartete auf den Vater:

„Und wie viele Absagen waren es diese Woche bei Papa, Mama?“ (Tochter, 17!)

„Ich schätze 5 oder 6!“

„Mist! Dann habe ich verloren. Ich dachte, der Looser bekommt mehr!“

Ein Fünf-Euro-Schein wechselte den Besitzer! Der Sohn bekam ihn.

Nicht das erste Mal. Nur was viel mehr schmerzte war, dass die eigene Tochter den Vater aus tiefster Seele heraus einen Looser nannte. Sohn und Frau auch noch dazu. Sie sagten nichts dazu. Sie tolerierten es dem Anschein nach.

Diese Situation war der Wendepunkt. Es gab Gespräche, was die Kinder und die Frau vom Vater wirklich hielten. Innerhalb von ein paar Monaten kippte die Stimmung massiv.

Vom „Beim nächsten Mal wird es bestimmt was!“ zu „Der Looser bekommt schon wieder ne Absage!“

Der neue Name „Looser“ beschrieb den Vater aber schon länger. Er hat sich nur nie was dabei gedacht. Er packte eine Tasche und ging zum Sport. Früher Sponsor der eigenen Mannschaft. Hier klopfte man ihm auf die Schulter und sagte: „Tach, Looser!“

An seiner Spielleistung hatte es weniger gelegen. Zwei Jahre keinen Job. Vorher Chef. Das schürt natürlich Gerüchte. Besonders in einer Sportmannschaft.

Du Looser, du….

Das war mehr als ernst gemeint. Der Mann verkroch sich zwei Tage im Arbeitszimmer.

Nun war er wieder Entscheider. Das Ergebnis der zweitägigen Arbeitszimmerklausur war ein Arbeitsvertrag im 500 km entfernten Dresden bei einen alten Lieferanten. Gut bezahlt. Es gab für das erste halbe Jahr eine Werkswohnung und einen „Kümmerer“, der sich um Haus und Einschulung der Kinder bemühte.

4 Monate später zog man zurück. Die Familie war mega unglücklich. Trotz mehr Geld. Der Vater blieb in Dresden und kam nur am Wochenende wieder.

Lieber Job als Looser!

Dieser Beitrag soll als Beispiel für viele Menschen gelten, denen genau das immer widerfährt. Ständig höre ich bei meinen Gesprächen von Leuten, die in der eigenen Familie oder Freundeskreis als „Looser“ angesehen werden, nur weil sie keinen Job haben oder bekommen. Ganz schlimm trifft es diejenigen, die vorher viel Verantwortung hatten. Diese Menschen kommen dann mit dem sozialen Leben so gar nicht mehr zurecht. Man muss selber darauf achten, wie oft das zu einem gesagt wird, wenn man arbeitslos ist. Es ist schon erschreckend wie viele Menschen anscheinend mit Leuten, die arbeitslos sind, nicht umgehen können.

 

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Cluster

Wer sich mehrmals wöchentlich seine Zeit auf Jobbörsen vertreibt, der fragt sich schon, warum es eigentlich so viele gibt. Bisher bleiben gute Tools aus, die es einem leicht machen bei ca. 2000 deutschsprachigen Jobbörsen aktuelle Jobangebot schnell und einfach zu finden.

Man muss sich eben halt durchwühlen!

Immer wieder werde ich gefragt, welche Jobbörse ich empfehlen kann oder welche zu meinen Favoriten gehört. Eine einfache Antwort:

Die Seriösen!

Woran erkennt man die serösen Jobbörsen? Ein erstes Merkmal sind für mich qualitative Ausschreibungen. Es muss schon deutlich und in einfacher Sprache erkennbar sein bei wem und für was man sich bewirbt.  Hier kann es schwierig sein sich als Laie ein schnelles und sofortiges Bild zu machen. Das beste Merkmal einer seriösen Jobbörse:

FERNSEHWERBUNG

Wenn es ein Unternehmen ernst meint einen qualifizierten Mitarbeiter zu finden, investiert man auch in die Ausschreibung und damit in die Veröffentlichung. Man scheut sich nicht vor Kosten bei den großen Jobportalen wie Stepstone, Jobware, Monster oder XING. Hier sind sich viele Arbeitssuchende und Arbeitgeber einig. Qualitative Ausschreibungen findet man eigentlich nur bei den privaten Jobbörsen. Diese schalten bekanntlich Fernsehwerbung.

Immer wieder berichten mir Arbeitssuchende und Arbeitgeber, dass sie sich vor der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit scheuen. Der Unternehmer bekommt nur Angebote, die einfach nicht passen und der Arbeitssuchende fragt sich, warum kaum ein Unternehmen direkt ausschriebt. Ein Riesenproblem bei der Agentur für Arbeit sind die sog. Cluster-Ausschreibungen. Gerne genommen von Vermittlungsfirmen.

Cluster 1

Sie verbergen nicht nur die ernst gemeinten und wirklich tollen Ausschreibungen. Auffällig ist es, dass alle Ausschreibungen gleich klingen. Und ja, so ist es auch. Hinter solchen Clustern verbirgt sich oft nur ein Job.  Und man wird dabei das Gefühl nicht los, dass große Firmen meinen, sie können den kostenlosen Service des Agentur als Werbung missbrauchen:

Cluster 2

 

Damit hört es nicht auf. Kunden der Agentur bekommen dann auch gleichzeitig auf jede Ausschreibung eine Aufforderung zur Bewerbung. Geile Bürokratie. Fünf Bewerbungen an das selbe Unternehmen für die selbe Stelle!

Für die Transparenz: Ich habe bei den gezeigten Ergebnissen nur den Suchbegriff „Außendienstmitarbeiter“ Raum Bremen benutzt! Ich habe nicht nach einem speziellen Unternehmen gesucht.

 

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Die Ungeduld

Mir berichtet man immer von Vorstellungsgesprächen, wo ein Katalog an Fragen abgearbeitet wird.

Auf den Bewerber trifft eine Flut von Fragen – meist Standardfragen – ein.

Man sollte das Fingerspitzengefühl haben zu erkennen, dass man sich in so einem Gespräch befindet.

Über diese Situation sprach ich mit einer befreundeten Recruiterin.

Ihr Bewerber seid mir zu ungeduldig!

Ja, das stimmt. Wir Bewerber sind ungeduldig. Aber das liegt eher daran, weil sich viele nicht in unsere Lebenssituation rein denken können.

So entstand das Gespräch und es entwickelte sich ein Austausch zwischen einem Bewerber und Recruiter von dem ich hier gerne berichten möchte.

Wir unterhielten uns über einen Artikel im Human Resources Magazin, dass viele Recruiter es Leid sind auf ihre Fragen nur die Antworten zu bekommen, die es im jedem Ratgeber zu den Bewerbungen gibt.

Das Internet ist voll mit dem Standard-Frage-Antwort-Spielchen!

Eine Erkenntnis, die eigentlich so niemanden überraschte. Ich fragte sie, wann sie das letzte Mal ein Job-Interview führte, wo der Hauptteil nicht daraus bestand, dass der Bewerber auf Fragen wie

Warum wollen Sie gerade bei uns arbeiten?

Wo sehen Sie sich in den nächsten fünf Jahren?

Was sind Ihre Stärken und was sind Ihre Schwächen?

antworten musste.

Sie zögerte ein wenig mit der Antwort. Gab mir aber zu verstehen, dass solche Fragen in ein Vorstellungsgespräch gehören. Zumindest ein bis zwei Fragen sind so sicher wie das Amen in der Kirche. Erfolgreich für beide Seiten waren Gespräche, wo der Bewerber anfing wirklich etwas von sich zu erzählen. Auffällig sei nur gewesen, dass dieses immer Personen waren, die nichts zu verlieren hatten. Personen, die nur wechseln mochten, weil sie etwas mehr Gehalt bekämen oder sie durch kürze Wege mehr Freizeit hätten.

Jetzt war man an einem Punkt, wo wir uns darüber unterhielten, dass man es dem Bewerber einfacher machen müsste sich zu präsentieren. Dass der Bewerber wirklich von sich erzählt und nicht mit Floskeln anfängt wie:

Setzte ich erfolgreich um! Steigerte ich die Effizienz! Akquirierte ich Neukunden!

Ja. Ich verstehe die Enttäuschung mancher Personaler, wenn in so eine Person im Vorfeld viel Arbeitskraft gesteckt wurde. Telefoninterviews geführt. Verglichen mit anderen Personen. Einladungen zum Vorstellungsgespräch gemacht etc. und dann kommt sowas!

Um die Ungeduld des Bewerbers zu brechen, kamen wir auf kleinere Ideen.

  1. Eine gute Karriere-Seite im Internet. (Wer im Vorfeld weiß, wie es in einer Firma ablaufen könnte, der erzählt auch mehr von sich)
  2. Interviews finden meistens in ziemlich kargen Besprechungsräumen statt. Warum im Sommer keine Gesprächsecke draußen nutzen oder den kleinen, aber feinen Italiener. Den Bewerber zum Mittagstisch einladen. Völlig andere Atmosphäre.
  3. Nach „Haben Sie gut her gefunden?“ und „Darf ich Ihnen etwas zu trinken anbieten?“ den Bewerber auflockern mit einem Gang durchs Büro. Nett zu erfahren, wie der Bewerber auf etwaige neue Kollegen zugeht.
  4. Den Bewerber den Ort aussuchen lassen! Wahres Beispiel: Unternehmen in Bayern. Vertriebsgebiet Norddeutschland. Erstgespräch im örtlichen Hotel beim Bewerber.
  5. Tipps und Tricks bzw. FAQs zu den Bewerbungsgesprächen der Einladung beifügen. Und ganz klar hinweisen: „Wir wollen Sie kennen lernen! Nicht, ob Sie die Bewerbungsratgeber aus der Buchhandlung auch auswendig oder anwenden können!“

 

 

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Die Stelle bekommen wir nächste Woche wieder rein!

Manche Anrufe sind leicht befremdlich. Besonders befremdlich, wenn sie von privaten Arbeitsvermittlern kommen von denen man noch nie gehört hat. Das Telefonerlebnis war nicht einmalig. Ich hatte es mindestens zum dritten Mal. Leider häufen sich die Berichte von anderen Arbeitssuchenden und sind auch von Arbeitsvermittlern bestätigt. Hier nun ein vor ein paar Tagen geführtes Telefonat.

Klingelei auf dem Handy

(An der Ampel neben mir ein Streifenwagen. Konnte nicht rangehen. Keine Freisprechanlage)

Es wurde mir auf die Mailbox gesprochen:

„Hallo Herr Sprenger, mein Name ist Martin von PersoTheBest (Fake!). Ich würde Ihnen gerne eine Stelle anbieten und habe ein paar Rückfragen zu Ihrem Lebenslauf! Rufen Sie mich doch bitte zurück!“

Zu Hause angekommen, habe ich erstmal die Bewerbung gecheckt. Ich habe mich nie bei so einer Arbeitsvermittlung beworben! Meine Gedanken gingen schon in Richtung XING oder meines Profils bei der Agentur. Rückruf:

„PersoTheBest, mein Name ist Friedrich!“

„Guten Tag, Herr Friedrich, mein Name ist Sprenger aus Achim bei Bremen. Ist der Herr Martin zu sprechen? Er hatte mich versucht zu erreichen!“

„Nein, leider nicht. Der Herr Martin ist gerade im Gespräch!“

„Ah ok, ist es möglich, dass Sie mir die Stelle vorstellen können, die Herr Martin mir vorstellen wollte?“

„Tur mir Leid, Herr Sprenger, ich kann Sie gerade nicht zuordnen. Können Sie in paar Minuten zurück rufen. Herr Martin ist in 10min wieder dort!“

12 Minuten später der Rückruf:

„PersoTheBest, mein Name ist Friedrich!“

„Hallo Herr Friedrich, hier spricht nochmals Herr Sprenger! Ist der Herr Martin jetzt zu erreichen?“

„Ja, ist er! Ich stelle Sie durch!“ „Danke!“

„Martin!“

„Guten Tag, Herr Martin. Mein Name ist Sprenger. Sie hatten mich vorhin versucht zu erreichen. Sie wollten mir eine Stelle anbieten!“

„Ahh ja, guten Tag, Herr Sprenger! Danke für Ihren Rückruf! Die Stelle befindet sich in Bremen. Direkt in der Innenstadt. Es ist als Call-Center-Agent!“

„Ok, danke, für die Vorstellung. Aber ich habe mich weder bei Ihnen beworben noch irgendwo als Call-Center-Agent!“

„Ohh ja, das stimmt. Unsere Muttergesellschaft ist in Dresden, da haben Sie Ihre Bewerbung – ich sehe gerade – als Außendienstmitarbeiter – hin geschickt! Ja, unser System verknüpft den Beruf des Außendienstmitarbeiters mit dem Call-Center-Agent. Beide Berufe haben eine TOTALE Ähnlichkeit. Könnten Sie sich vorstellen als Call-Center-Agent zu arbeiten?“

„Herr Martin, seien Sie mir jetzt nicht böse, aber ich habe mich bei Ihnen als Außendienstmitarbeiter beworben. Das ist eine ganz andere Form des Vertriebs! Ich hoffe, Ihr System

verknüpft keinen Elektriker mit einem Fleischer.

*Grübel. Grübel. Grübel*

„Ok, Herr Sprenger, ab jetzt ist mein Kollege für Sie zuständig! Ich wollte nur mal hören, ob Sie daran Interesse hätten.“

Durchgestelle zum Kollegen.

„Ja, Herr Sprenger. Hier ist nochmal Herr Martin. Mein Kollege sagt mir gerade, dass ich für Sie dann zuständig bin, wenn es um Vergabe der Außendienststellen geht. Ich gehe davon aus, dass Sie Interesse an einem Job als Außendienstmitarbeiter haben.“

Verwirrung!

Gelernt in der Ausbildung: Kunden nie hin und her stellen. Keine Zuständigkeiten vor dem Kunden klären! War hier wohl noch nicht angekommen!

„Ich habe mich bei Ihnen auf eine Stelle aus Außendienstmitarbeiter im Vertrieb beworben. Mit einer „richtigen“ Bewerbung. Ich glaube, das ist erstmal Interesse genug. Können Sie mir jetzt bitte ein wenig etwas über die Stelle erzählen?“

„Also…wir bekommen die Stellen erst nächste Woche rein!“

„Hä? Sind Stellen im Außendienst bei Ihnen wie Lagerware mit Lieferzeit und Bestand?“

Kurzes Gelächter.

„Nein, Herr Sprenger. Ich wollte lediglich nur mal Ihr Interesse abwägen. Wir bekommen die Stellen wie gesagt nächste Woche rein und dann würde ich mich bei Ihnen nochmals melden und die Stelle konkret vorstellen!“

3 Wochen nach dem Gespräch gab es auch keine Google-Einträge mehr zu der Personalagentur!

ANRUF SINNLOS! RÜCKRUF NICHT ZU ERWARTEN!

Man hört immer mehr von diesen Art Personalagenturen. Die es einfach mal versuchen zu vermitteln. Persönlich packe ich sowas, auch wenn die Gespräche menschlich waren und nicht nach Phoning-Leitfaden, in die Schublade unseriös. Ein Heilmittel für solche Anrufe gibt es leider nicht, wenn man auf Jobsuche ist. Viele Arbeitssuchende erleben es häufiger mal einen Anruf zu bekommen mit:

„Darf ich Ihnen eine Stelle vorstellen?“

Was sich genau hinter solchen Anrufen verbirgt, bleibt wohl schleierhaft. Aber, dass es sich häuft, macht sehr nachdenklich!

 

 

 

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Sauberes polizeiliches Führungszeugnis entspricht Menschlichkeit

Jeder Jobsuchende ist für mich grundsätzlich motiviert.

Sicherlich bin ich auch schon auf den einen oder anderen gestoßen, der keine Lust hatte zu arbeiten. Diese Menschen, die ständig als Beispiel genommen werden für jeden Arbeitslosen.

Bier trinkend vor dem Amt rum hocken mit Gleichgesinnten!

Abgesehen von diesem Klichée ist die Mehrheit der Arbeitslosen sehr motiviert. Warum es dennoch mit dem Job nicht klappt und man allen Grund hat auch mal unmotiviert zu sein, ist ein Ziel dieses Blogs. Erzählen!

Speziell ich habe als Bewerber den Blick auf die verschiedensten Bewerbungsverfahren für die Jobs im Vertrieb und hatte diese Jobs ja schon. Bekannte, Freunde oder meine anonymen Arbeitslosen erzählen mir ihre Erfahrungen. Wenn sich bei den Erzählungen Parallelen auftun, ist dieses für mich sofort einen Beitrag wert.

Zwei Bekannte erzählten mir von einem Vorstellungsgespräch. Der eine morgens auf dem Markt. Der andere abends beim Sport. Beide waren sie glücklich. Es hatte funktioniert. Endlich einen neuen Job.

In Bremen baute ein Logistiker eine neue Halle. Neue Mitarbeiter wurden gebraucht. Es wurde in Tageszeitungen und auch im Radio für neue Jobs geworben. Man folgte dem Aufruf und bewarb sich.

Bitte nur online bewerben!

Das war eine der Bedingungen in der Stellenanzeige. Jeder der sich bewirbt, sollte mit einem Online-Formular zurecht kommen. Für viele Bewerber aber wohl eine sehr große Hürde – Naja, anderes Thema!

Darauf folgte sofort eine Bestätigungsmail. Schon am nächsten Tag kam die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Hier wunderten sich schon meine Bekannten.

09:40 Uhr und 14:20 Uhr

Sehr krumme Zeiten für ein Vorstellungsgespräch. Ein Bekannter folgte meinen Rat und bestätigte nicht stumpf den Termin. Er ging ans Telefon und frage zumindest, was man im Vorstellungsgespräch von ihm verlänge.  Dazu stellte er nur interessehalber die Frage, warum es denn so eine krumme Uhrzeit für ein Vorstellungsgespräch wäre. Ein Wunder – nein – der Personaler war sehr auskunftstfreudig. Er gab es wohl so wieder:

„Die Uhrzeiten sind bewusst so gewählt. Das Gespräch wird nicht länger als 10min dauern. Bei diesen Uhrzeiten sehen wir, ob sie die Uhr lesen können. Bei uns ist Pünktlichkeit wegen des Schichtsystems ganz wichtig. Kommen Sie pünktlich, haben Sie die erste wichtige Aufgabe erfüllt. Dann sollten Sie im Gespräch etwas von sich erzählen. Wir werden Ihnen genau diese Aufgabe bzw. Bitte stellen! Bitte erzählen Sie was von sich! Ich bin da ehrlich! Hier geht es darum: Verstehen Sie Anweisungen auf Deutsch?!“ Nun wurde der Personaler ein wenig cooler:

Stablerschein = Eintrittskarte zum Vorstellungsgespräch

„Ihre Eintrittskarte zum Vorstellungsgespräch haben Sie bereits Ihren Anlagen beigefügt. Keiner hat Ihren Lebenslauf oder Ihr Anschreiben gelesen. War im Anhang ein Stablerschein, bekamen Sie eine Einladung!“ Der Personaler wurde noch ehrlicher und noch cooler:

Polizeiliches Führungszeugnis = Eintrittskarte in den Job

„Gut, das was ich von Ihnen bisher am Telefon gehört habe, reicht mir eigentlich. Im normalen Vorstellungsgespräch hätte ich jetzt noch die Menschlichkeit bei Ihnen überprüft. Ist ihr polizeiliches Führungszeugnis sauber? Sind Sie so ehrlich zu mir, dass mir sagen, dass Sie Einträge im Führungszeugnis haben, aber nicht für diese Einträge schuldig sind, dann glaube ich Ihnen und Sie bekommen den Job. Bringen Sie das doch bitte mit zum Gespräch. Sie bekommen dann auch sofort den Vertrag mit!“

So schnell gibt es Jobs in den Logistik!

Zusammenfassend ist es ganz einfach dargestellt:

Pünktliches Erscheinen zum Vorstellungsgespräch (Grundvoraussetzung)
Stablerschein (Fachlichkeit – kann nachgereicht werden)

Sauberes Führungszeugnis (Menschlichkeit)

 

Manchmal sind die Hürden für einen Job sehr gering. Vor allem, weil man Fachliches sehr schnell nachholen kann. Das Erlangen von Stablerscheinen kann man bei uns in der Region bei verschiedensten Dienstleistern während eines Wochenendes machen. Und wie oft habe ich schon davon gehört, dass man nur seinen Anwalt bemühen muss, weil es um Kleinstdelikte geht und hierdurch Job und Familie auf dem Spiel steht. Wie auch immer der Anwalt mit dem Staatsanwalt kann. Ein kurzes Schreiben oder Anruf und der Eintrag ist draußen. Was ich damit sagen will:

Wer will – der schafft es. Wer möchte – auch. Wer zweifelt – sollte sich von einer Vertrauensperson Hilfe suchen.

 

 

 

 

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Job um die Welt? Nur Reisepass benötigt!

Stellenanzeige suchen/lesen

Bewerbung schreiben

Eventuelles hinterher telefonieren

Interview vor dem Vorstellungsgespräch

Fahrt zum Vorstellungsgespräch

Führen des Gesprächs

Telefonieren zum Einstellungsgespräch

Fahrt und Führen des Gesprächs

Zwischendurch elendiges Warten

 

So oder so ähnlich kann es laufen bevor man einen Arbeitsvertrag bekommt. Schlimm wird es dann, wenn noch einen bis mehrere Tage Praktikum dazu kommen. Aus dem Vertrieb kann ich berichten, dass es vorher sogar noch Schulungen geben kann, die man machen muss. Online oder sogar direkt im Stammhaus. Wie man sowas jetzt bewerten soll, bleibt jedem selber überlassen und auch, ob man diese Zeit wirklich nur für einen oder für den Job macht.

Besonders viel Zeit für einen Arbeitsvertrag wendet man aus meiner Erfahrung bei Konzernen oder großen Firmen auf. Eben halt dort, wo es viele Menschen gibt, die man von sich überzeugen muss. Da kann es schon mal vorkommen, dass vor einem ein Psychologe, Vertriebsleiter, Vorstandsboss und die Personalcheffin sitzt. Bei einem politischen Empfang redete ich kürzlich mit einem Inhaber einer 500-Mitarbeiter-Firma über dieses Thema.

Recruitment-Days

Er kannte es bereits, um seine Auszubildenden zu finden. Allerdings nicht so exzessiv, dass es über mehrere Tage geht. Es nahm das Angebot von Schulen und dem Arbeitsamt wahr einmal jährlich bei einem Azubi-Speed-Dating teilzunehmen. Gute Erfahrungen hatte er damit gemacht. Es kommt Jahr für Jahr vor, dass viele Menschen kurz vor Anfang absagen, „dann sind Speed-Datings sehr gut.“

Jetzt ging es aber darum Menschen zu finden, die ein wenig mehr Verantwortung im Job übernehmen können. Beispielsweise wurde ein Teamleiter für das Lager und den After-Sales-Service gesucht. Er nahm meinen Rat an und veränderte seine Prozesse nach dem Modell von Lufthansa, um Flugbegleiter zu finden.

Lufthansa 1

 

Zwar buchte er jetzt keine teuren Hotels, aber solche Castings haben den Vorteil, das niemand lange Bewerbungen auswerten muss. Wer zum Casting die genannten Punkten vorweisen kann, kommt ins weitere Bewerbungsverfahren. Das tolle an dem Bewerbungsverfahren ist, dass man eigentlich sofort Bescheid bekommt, ob man geeignet ist oder nicht.

Kein Lebenslauf nötig!

Erspart ziemlich viel Papierkram und viel Zeit beim Lesen.  Viel besser ist allerdings, dass solch ein Prozess eine sehr gute und aussagende Stellenausschreibung benötigt. Kriterien sind klar genannt!  Nach meinen Recherchen haben Kandidaten, die sich gut präsentiert haben, gleich einen Termin zur ärztlichen Untersuchung mit anschließender Vertragsunterzeichnung bekommen.
Im Übrigen sind diese Castings bei der Lufthansa schon uralt und gehören zur Lufthansa wie der Kranich. Wer Lust und Laune hat, kann das Uralte als Innovation für das Recruiting im Mittelstand verkaufen! Mal schauen, wer als erstes auf so eine Geschäftsidee kommt. *hust*

Lufthansa 2

 

 

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Die Handy-Signatur

Unter Arbeitslosen gibt es ordentlich genervte. Meist dann, wenn der Arbeitsvermittler oder sich jemand anders vom Amt meldet.

Es gibt aber auch die, die sich echt mal über einen Anruf vom Arbeitsvermittler freuen würden.

Wir bleiben in diesem Beitrag aber mal den Genervten. Und nein, ich werde sie nicht in den Schutz nehmen!

Es ist wieder aus der Kategorie:

Lache, wenn es nicht zum Weinen reicht!

Ich höre von so einem Fall nicht das erste Mal. Doch mit der Weile scheint es sich zu häufen.

Bewerbungsverfahren und allgemeine Kommunikation wird immer digitalisierter. Das hatte der Genervte wohl ein wenig falsch verstanden.

Erst erzählte er seinem Arbeitsvermittler, dass er sich keinen Telefonanschluss mehr leisten kann. Er würde auch kein Handy mehr besitzen und somit telefonisch nicht zu erreichen sein. Er hätte ja schließlich eine feste Wohnadresse und man könne ihn schließlich noch über seine Mail-Adresse erreichen.

Telefonnummer, aber niemand geht ran

Letztendlich hat der Genervte nur den Spieß umgedreht. Viele Ämter machen es schließlich genau so. Zwar haben viele Ämter Telefonnummern, aber erreichbar sind sie nur per Brief oder Mail.

Der Arbeitsvermittler hat sich gedacht: „Na gut, dann machen wir das eben so!“

Der Genervte bekam die Einladung zum Gespräch, um eine neue Wiedereingliederungsvereinbarung zu machen, per Post.

„Haben Sie wirklich kein Handy?!“ Fragte der Arbeitsvermittler. „Ich würde Ihnen gerne konkrete Stellen nach kurzer Absprache telefonisch anbieten!“

„Nein, ich habe kein Handy!“

„Gut, dann erklären Sie mir mal bitte, warum in jeder Ihrer Mail-Antworten:

VON MEINEM IPHONE GESENDET

erscheint!“

Der Arbeitsvermittler fragte nicht nur, um seinen jetzt noch mehr genervten Kunden telefonisch erreichen zu können. Nein, viel mehr war es ein wirklich gut gemeinter Tipp für seine Bewerbungen und Korrespondenz mit zukünftigen Arbeitgebern.

In vielen HR-Abteilungen ist dieses immer ein „Running-Gag“. Wer nun gerne mit dem Handy schreibt und meint, man müsse sofort antworten, der ist nicht immer gut beraten in seiner Kommunikation. Zumindest sollte man bei diesen mobilen Endgeräten die Endsignatur lieber raus nehmen!

Mails wie : „Vielen Dank. Ich nehme am Vorstellungsgespräch teil. VON MEINEM IPHONE GESENDET“ sind nun nicht vorteilhaft.

Ämter und der potenzielle Arbeitgeber mögen es gerne förmlich angesprochen zu werden.

Alleine nur aus dem Grund, weil jeder Mensch ist und das selbe Ziel hat: Arbeit für den Genervten zu finden!

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Gutschein für Bewerbung

Vielen Dank für das Interesse an einer Mitarbeit in unserem Unternehmen.

Leider gab es einen anderen Bewerber, der unserem Profil genauer entspricht.

Sehen Sie in der Absage keine Abwertung Ihrer fachlichen und persönlichen Werte

….BLA BLA BLA….wer kennt diese Sätze etwa nicht, wenn er sich bewirbt?!

Absagen auch mal bis zum Ende lesen!

Aber was Krombacher da am Ende macht, das ist echt cool. Ein Gutschein für eine Werksführung. Mal schauen, wann ich das nächste Mal in Krombach bin.

Absage + Gutschein bei Krombacher

Von der Größe, finanziellen Mitteln und Bedeutsamkeit der Marke des Unternehmens mal abgesehen, ist es doch so einfach vielen Bewerbern ein anderes Gefühl – ein gutes Gefühl – in der Absage mitzugeben.

 

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Hinter Quantität steht zermürbende Qualität

Woran liegt es, dass das Bewerbungsschreiben einen manchmal zermürbt?

Ja, es ist öfter so. Besonders, wenn man sich auf Stellen bewirbt, die von Arbeitsvermittlern ausgeschrieben werden.

Es ist schon auffällig, vor allem, bei der Jobbörse der Arbeitsagentur. Eine Stelle wird von drei verschiedenen Arbeitsvermittlern ausgeschrieben.

Ich habe es mir angewöhnt, wenn sich die Stellenausschreibungen gleich lesen lassen, anzurufen. Einfach mal nach der Branche fragen. Alle drei Stellenausschreibungen waren für die Textilbranche.

Einkauf 3x

 

Rein theoretisch würde eine Bewerbung reichen! Aber man bewirbt sich trotzdem auf alle drei Ausschreibungen. Ich frage mich aber, was bringt es dem Unternehmen eine Stelle über drei verschiedene Arbeitsvermittler zu suchen?

Für mich überwiegen die Nachteile wie die Kosten und das Verwalten von drei „Personal-Lieferanten“! Bemerkenswerter finden ich allerdings, dass es man hier dreifach Kosten produziert für einen Job mit eher durchschnittlichen Einkommen und Verantwortung, wobei die Dienste von der Agentur für Arbeit doch kostenlos sind. Ich weiß, dass viele Unternehmer ein Problem mit der Stellenbörse beim Arbeitsamt haben. Dann vergibt man gleich drei mal den Auftrag und trotzdem landet die Anzeige auf der Jobbörse des Arbeitsamts.

Für uns Bewerber hat auch einen kleinen Vorteil gegenüber dem Amt. Man kann beweisen, dass man 3 Bewerbungen geschrieben hat. Egal wie viel Stellen auch tatsächlich dahinter stehen!

3 Bewerbungen sind 3 Bewerbungen für das Amt

Aber für das Amt hat es noch einen Vorteil. Denn hier sind 3 verschiedene Ausschreibungen! Und für das Amt stehen dort auch 3 verschiedene Stellen hinter. Wie soll man auch sonst beweisen, dass hinter 3 verschiedenen Arbeitsvermittlern nur eine tatsächliche Stelle steht? Es geht nicht. Also lässt man diese Zahlen doch gerne in der Statistik. Das ist aber auch der Grund, warum ich vielen Zahlen von der Agentur für Arbeit nicht traue.

Vielen Bewerben fällt es zunehmend auf, dass hinter mehreren Stellenausschreibungen nur eine tatsächlich zu vergebene Stelle steckt.

Quantität ohne Qualität zermürbt.

Warum die privaten Stellenbörsen diese Dopplungen kaum haben, ist fraglich. Bei der Jobbörse vom Arbeitsamt häuft es sich! Liegt aber wohl daran, dass die privaten Jobbörsen Geld nehmen!