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Wir melden uns…!

Es ist mal wieder soweit: Die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch kommt ins Haus.

Aber auf der Homepage oder in der Stellenanzeige sind leider keine Informationen zum Bewerbungsverfahren.

Die Einladung gibt auch kaum Informationen außer Ort, Datum und Gesprächspartner.

Natürlich hat man sich vor der Bewerbung im Internet über das Unternehmen informiert und gegebenenfalls das Unternehmen auf kununu gecheckt.

Man will ja schließlich wissen, wo man sich bewirbt und wer die persönlichen Daten bekommt!

Wer jetzt denkt, dass er die Einladung einfach annehmen sollte, der läuft Gefahr vor dem Gespräch zu wenig Akzente zu setzen. Akzente, die im Gespräch als eine Art Absicherung gelten könnten. Eine Absicherung, die es einem möglich machen könnte, diesen elendigen Satz zum Schluss des Vorstellungsgespräch zu umgehen!

Wir melden uns…!

Zumindest ist es wie im Privatleben. Wer Single ist und gerne mal das ein oder andere Date hat, der kennt diesen Satz bestimmt. Nur ist es bei einem Date nie klar, wer diesen Satz als erstes sagt. Jetzt mal ehrlich, wie oft hat man schon diesen Satz gehört. Nicht nur vom Gegenüber, welches man evtl. für sein weiteres Leben lieben möchte. Nein, man hat es sich auch selber sagen hören. Wie zum Beispiel an der Haustür. Wieder der Boforst- oder Heimfrost-Mann, dem man sagt: „Ich melde mich, wenn mich was interessiert!“

Mit diesem Satz wird mindestens einer in der Kommunikation verletzt. Beim Vorstellungsgespräch ist es oft der Bewerber. Auch viele aus meiner Gruppe erzählen es mir immer wieder, wenn man den Satz hört:

Auf das Abstellgleis verschoben! So fühlt man sich.

Wenn man gebraucht wird, holt man dich. Aber es können auch noch etliche andere vor wie hinter dir stehen. Ungewissheit zerfrisst die meisten Bewerber.

Nun komme ich zu der Geschichte, die mich dazu veranlasst hat, nicht nur „einfach“ eine Einladung anzunehmen. Ich sprach mit einem Vertriebsleiter. Führungsverantwortung. Nach persönlichen Problemen und Krankheit gekündigt wurden. Mit über 60 hatte er es aufgeben einen Job zu finden. Selber analysierte er ständig Menschen, um neue Mitarbeiter zu finden. 20 Jahre im Job.

Ich sprach ihn an wie man diesen Satz im Vorstellungsgespräch als Bewerber umgehen kann. Er erzählt mir von seinem besten Mitarbeiter, der mit der Weile seinen alten Posten inne hatte. Dieser Mensch hat einfach nur das umgesetzt, was er Jahre lang im Vertrieb gemacht.

Absicherung beim potentiellen (Neu-) Kunden.

So eine Absicherung kommt beim potentiellen Arbeitgeber sehr gut an. Bestimmt auch, wenn man nicht mit Kunden zu tun haben wird. Diese Art Absicherung gehört auch in vielen Vertriebsgesprächen zur Abschlusssicherheit eines guten Verkäufers. Also, warum dieses nicht in Vorstellungsgesprächen bzw. Bewerbungsverfahren anwenden? Der Bewerber hat es wie folgt gemacht. Ich habe es dann für meine Zwecke ein wenig modifiziert und auf meine Person angepasst:

  1. Die Einladung kommt

  2.  Telefon benutzen – „Ich habe vorab drei Fragen an Sie, um mich auf das Gespräch vorzubereiten!“

  3. Frage A: Sind alle Entscheider, die über die Einstellung entscheiden beim Gespräch dabei?

  4. Frage B: Entscheiden Sie direkt bei diesem Termin über meine Person? Ein Feedback direkt im Gespräch würde mir sehr weiterhelfen!

  5. Frage C: Derzeit sind Sie unter meinen Bewerbungen und bei dem, was ich im Internet (Zeitung, persönliche Gespräche, etc) über Sie erfahren konnte, mein Favorit. Um das Gespräch für uns (2, 3, 4,5) erfolgreich zu machen. Worauf muss ich mich bei Ihnen im Bewerbungsgespräch einrichten?

  6. Den Termin zusagen

 

Grundsätzlich ist dieser Leitfaden aus dem Vertieb übernommen. Er zeigt, dem potenziellen Arbeitgeber, dass man abschlusssicher ist und dem Erfolg nicht dem Zufall überlässt. Dazu kann man eine Menge in kürzester Zeit über das Unternehmen erfahren. Nimmt sich der Personaler auch am Telefon Zeit die Fragen zu beantworten? Unabdinglich ist der „persönliche“ Kontakt über das Telefon. Ein wichtiger Indikator, ob

die Chemie stimmt?!

Frage A: Ein richtiger Hammer! Unglaublich, was man alles über zukünftige Personen bzw. Vorgesetzte erfährt. Und man erfährt, wen man alles überzeugen muss. Evtl. ob es schon zu einem anderen Termin kommt, weil erstmal nur der Vorgesetzte sich absichern will, dass er dem Chef keinen Mist vorstellt.

Frage B: Wer kein Feedback im Voraus einfordert, kann sich nicht bei anderen Bewerbungsverfahren weiterentwickeln. Das zählt besonders in Gesprächen, in denen nicht direkt entscheiden wird –  „Wir melden uns…!“  – ist  im Gespräch ein No-Go. Zumindest das Ergebnis eines Feedbacks stellt man in Aussicht.

Frage C: Wieder ein Hammer. Was man alles im Voraus erfahren kann! Unglaublich. Geht es nur um die Person? Geht es auch schon um die eigentliche Arbeit? Kollegen? Vorstellung beim Gesellschafter? Man kann damit vielen Überraschungen aus dem Weg gehen. Selbst, wenn es nur die Information ist, ob Krawatte Pflicht ist oder nicht.

Absicherung pur!

Kommt es jetzt zum Gespräch und man hört: „Wir melden uns…!“ Gleich sagen, dass man unzufrieden ist. Man hat sich vorher mit den Fragen abgesichert, dass man ein Ergebnis haben möchte. Zumindest das kurze Feedback sollte drin sein. Wer auf alle Fragen eh nur Ablehnung bekommt, der sollte sich Gedanken machen, ob das auch im zukünftigen Berufsleben in dem Betrieb so sein wird!

Ich kann sagen, es klappt nicht nur bei Interviews für den Vertrieb. Buchhaltung, Logistik oder Ausbildung sind für diesen Leitfaden ganz heiß! Bei mir hat es für einen Vertriebsjob schon zwei Mal geklappt.

KEIN – „Wir melden uns…!“

Funktioniert es trotzdem nicht – „Wir melden uns bei Ihnen…!“- aus dem Weg zu gehen. Immer nachfragen, wann man sich meldet. Das ist das mindeste Ergebnis für einen Bewerber. Meldet sich das Unternehmen nicht in der vereinbarten Woche oder Tag, dann nächsten Tag gleich hinterher gehen. Wer dann nichts erfährt oder vertröstet wird, der sollte sich andere Prioritäten setzen.

Es ist schon ein Phänomen wir oft man nach „Wir melden uns…!“ oder „Ich melde mich…!“, dann doch nichts hört. Wirklich

Asche über das Haupt derjeniger, die sich nicht melden!

So geht man nicht mit Menschen um! Wenigstens die Info, dass sich eine Entscheidung noch hinzieht, kann beruhigend wirken und das Image des Verletzers also des Sagenden von „Wir melden uns!“, durchaus positiv beeinflussen. Man fragt sich bei einigen Unternehmen im Umgang mit Bewerbern, ob sie auch so mit Kunden umgehen?! Und dann von Fachkräftemangel reden….anderes Thema!!!

 

Larne

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