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Die Stelle bekommen wir nächste Woche wieder rein!

Manche Anrufe sind leicht befremdlich. Besonders befremdlich, wenn sie von privaten Arbeitsvermittlern kommen von denen man noch nie gehört hat. Das Telefonerlebnis war nicht einmalig. Ich hatte es mindestens zum dritten Mal. Leider häufen sich die Berichte von anderen Arbeitssuchenden und sind auch von Arbeitsvermittlern bestätigt. Hier nun ein vor ein paar Tagen geführtes Telefonat.

Klingelei auf dem Handy

(An der Ampel neben mir ein Streifenwagen. Konnte nicht rangehen. Keine Freisprechanlage)

Es wurde mir auf die Mailbox gesprochen:

„Hallo Herr Sprenger, mein Name ist Martin von PersoTheBest (Fake!). Ich würde Ihnen gerne eine Stelle anbieten und habe ein paar Rückfragen zu Ihrem Lebenslauf! Rufen Sie mich doch bitte zurück!“

Zu Hause angekommen, habe ich erstmal die Bewerbung gecheckt. Ich habe mich nie bei so einer Arbeitsvermittlung beworben! Meine Gedanken gingen schon in Richtung XING oder meines Profils bei der Agentur. Rückruf:

„PersoTheBest, mein Name ist Friedrich!“

„Guten Tag, Herr Friedrich, mein Name ist Sprenger aus Achim bei Bremen. Ist der Herr Martin zu sprechen? Er hatte mich versucht zu erreichen!“

„Nein, leider nicht. Der Herr Martin ist gerade im Gespräch!“

„Ah ok, ist es möglich, dass Sie mir die Stelle vorstellen können, die Herr Martin mir vorstellen wollte?“

„Tur mir Leid, Herr Sprenger, ich kann Sie gerade nicht zuordnen. Können Sie in paar Minuten zurück rufen. Herr Martin ist in 10min wieder dort!“

12 Minuten später der Rückruf:

„PersoTheBest, mein Name ist Friedrich!“

„Hallo Herr Friedrich, hier spricht nochmals Herr Sprenger! Ist der Herr Martin jetzt zu erreichen?“

„Ja, ist er! Ich stelle Sie durch!“ „Danke!“

„Martin!“

„Guten Tag, Herr Martin. Mein Name ist Sprenger. Sie hatten mich vorhin versucht zu erreichen. Sie wollten mir eine Stelle anbieten!“

„Ahh ja, guten Tag, Herr Sprenger! Danke für Ihren Rückruf! Die Stelle befindet sich in Bremen. Direkt in der Innenstadt. Es ist als Call-Center-Agent!“

„Ok, danke, für die Vorstellung. Aber ich habe mich weder bei Ihnen beworben noch irgendwo als Call-Center-Agent!“

„Ohh ja, das stimmt. Unsere Muttergesellschaft ist in Dresden, da haben Sie Ihre Bewerbung – ich sehe gerade – als Außendienstmitarbeiter – hin geschickt! Ja, unser System verknüpft den Beruf des Außendienstmitarbeiters mit dem Call-Center-Agent. Beide Berufe haben eine TOTALE Ähnlichkeit. Könnten Sie sich vorstellen als Call-Center-Agent zu arbeiten?“

„Herr Martin, seien Sie mir jetzt nicht böse, aber ich habe mich bei Ihnen als Außendienstmitarbeiter beworben. Das ist eine ganz andere Form des Vertriebs! Ich hoffe, Ihr System

verknüpft keinen Elektriker mit einem Fleischer.

*Grübel. Grübel. Grübel*

„Ok, Herr Sprenger, ab jetzt ist mein Kollege für Sie zuständig! Ich wollte nur mal hören, ob Sie daran Interesse hätten.“

Durchgestelle zum Kollegen.

„Ja, Herr Sprenger. Hier ist nochmal Herr Martin. Mein Kollege sagt mir gerade, dass ich für Sie dann zuständig bin, wenn es um Vergabe der Außendienststellen geht. Ich gehe davon aus, dass Sie Interesse an einem Job als Außendienstmitarbeiter haben.“

Verwirrung!

Gelernt in der Ausbildung: Kunden nie hin und her stellen. Keine Zuständigkeiten vor dem Kunden klären! War hier wohl noch nicht angekommen!

„Ich habe mich bei Ihnen auf eine Stelle aus Außendienstmitarbeiter im Vertrieb beworben. Mit einer „richtigen“ Bewerbung. Ich glaube, das ist erstmal Interesse genug. Können Sie mir jetzt bitte ein wenig etwas über die Stelle erzählen?“

„Also…wir bekommen die Stellen erst nächste Woche rein!“

„Hä? Sind Stellen im Außendienst bei Ihnen wie Lagerware mit Lieferzeit und Bestand?“

Kurzes Gelächter.

„Nein, Herr Sprenger. Ich wollte lediglich nur mal Ihr Interesse abwägen. Wir bekommen die Stellen wie gesagt nächste Woche rein und dann würde ich mich bei Ihnen nochmals melden und die Stelle konkret vorstellen!“

3 Wochen nach dem Gespräch gab es auch keine Google-Einträge mehr zu der Personalagentur!

ANRUF SINNLOS! RÜCKRUF NICHT ZU ERWARTEN!

Man hört immer mehr von diesen Art Personalagenturen. Die es einfach mal versuchen zu vermitteln. Persönlich packe ich sowas, auch wenn die Gespräche menschlich waren und nicht nach Phoning-Leitfaden, in die Schublade unseriös. Ein Heilmittel für solche Anrufe gibt es leider nicht, wenn man auf Jobsuche ist. Viele Arbeitssuchende erleben es häufiger mal einen Anruf zu bekommen mit:

„Darf ich Ihnen eine Stelle vorstellen?“

Was sich genau hinter solchen Anrufen verbirgt, bleibt wohl schleierhaft. Aber, dass es sich häuft, macht sehr nachdenklich!

 

 

 

Larne

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