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Tom und Jerry

Ein Termin führte mich mal wieder zu einer Personalvermittlung.

Relativ groß mit Niederlassungen in Hamburg, Bremen, Düsseldorf, Frankfurt, München, Berlin und Leipzig. Zum Glück hatte ich das Gespräch in Bremen. Kurze Fahrt in die Innenstadt. Nähe Hauptbahnhof. Der normale Wahnsinn, wenn die Bahn denn fährt! Meine Skepsis gegenüber dieser Vermittlungsagentur schwand, indem ich keinen Zettel oder sonstiges ausfüllen musste. Nett und freundlich bat man mich Platz zu nehmen und zu warten. In der Wartelounge bot man mir an etwas aus dem Vollautomaten oder dem Wasserspender zu ziehen.

Mal kein schwarzes Schaf?

Das Gespräch begann pünktlich und die Damen machten einen seriösen Eindruck. Besonders beim Erklären der Produkte kam echt mal Kompetenz rüber, denn viele selbsternannte Vermittlungsagenturen meinen, sie vermitteln da ja nur was Kaufmännisches. Es ging um Pflege-, Putz-, und Schutzmittel. Da ich schon meine Erfahrung mit solchen Produkten habe, weiß ich wie polipolistisch der Markt ist. Es gibt echt viele Anbieter auf dem Markt. Daher hoffte ich jetzt, dass mir etwas von Markenbildung, Benchmarking und/oder Alleinstellungsmerkmal erzählt wird. Aber ein Stück zurück! Ich war aufgrund meiner Jobsuche schon im internen Portal gelistet. Ich war zum zweiten Mal in den Räumlichkeiten und hatte bereits ein Vorstellungsgespräch gehabt. Ich bekam eine automatisch generierte Mail mit den Worten:

Stelle für Sie! Kunde sucht dringend!

Ich meldete mich umgehend telefonisch und versandt noch während des Telefonats meinen Lebenslauf. Direkt im Gespräch bekam ich diesen Termin angeboten. Weitere Informationen wie Direktvermittlung, ca. 40000 Jahresbrutto, unbefristet, Homeoffice, Headquater in Hamburg, Gebiet in Norddeutschland machten mich schon sehr euphorisch. Im Gespräch erhielt ich weiter wertvolle Informationen. Nun war die Zeit gekommen und ich fragte nach dem Unternehmen. Ich versicherte, dass ich nicht direkt auf das Unternehmen zugehe und bat es mir zu nennen, damit ich weiß, wo meine Daten hingehen. Es könnte ja auch schließlich sein, dass ich nicht möchte, dass meine Daten direkt an dieses Unternehmen gehen. Meine Begründung war zwar leicht aus den Fingern gesogen, aber anscheinend wirksam.

Stille!

Zwei guckten sich an wie Tom und Jerry bevor die Jagd/Verfolgung los ging. „Bitte entschludigen Sie!“ Beide gingen „rapide“ aus dem Raum und verschwanden in einem Büro. Das lag zufällig direkt neben der Lounge und ich bekam richtig Durst. Da holte ich mir noch ein Wasser.

Ich musste feststellen, dass es das besagte Unternehmen gab, aber man wusste nicht, ob dort tatsächlich eine Stelle zu vergeben war. Also, überhaupt zu vergeben war. Man erzählte mir dann etwas von einem Vertriebsprojekt. Ich wäre dann mit einem Profil Bestandteil einer Aquirierungskampagne gewesen. Die beiden Damen haben nämlich von ihrem Vorgesetzen den Auftrag bekommen: Umsatz steigern. Die Vertriebsziele wurden verfehlt. Und den beiden Damen ging es nicht nur um den Job, sondern wohl auch um die Provision. Kurzum:

Nur Zoff!

Ich verabschiedete mich und guckte beim Hinausgehen dem Spektakel zu:

Tom und Jerry jagten weiter durch das Büro mit gegenseitigen Schuldzuweisungen für schlechten Umsatz!

Larne

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