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Blackbox geöffnet

Mir wurde mal von der sog. Blackbox berichtet. Jeder Personaler sollte Sie eigentlich kennen, aber der Bewerber meistens nicht. Die Blackbox ist die Phase des ersten visuellen Eindrucks auf das Unternehmen vom Bewerber. Kurz gesagt: Der Weg vom Werkstor/Parkplatz bis zum Raum, in dem das Interview stattfindet. Hier sammelt der Bewerber erste Eindrücke von Unternehmen und trifft beispielsweise am Empfang auf erste potentielle Kollegen.

Sitzt man nun als Bewerber im Vorstellungsgespräch hat man diese Blackbox bereits durchlaufen. Ich öffnete diese Blackbox, da ich gezielt auf den ersten Eindruck des Unternehmens gefragt wurde:

„Herr Sprenger, wie war der erste Eindruck des Unternehmens für Sie?“

Ich erzählte erstmal vom guten Webauftritt und meinem kununu-Check. Auch die Korrespondenz lief sehr professionell und sympathisch. Da das Unternehmen bekannt war, frage ich Freunde und Bekannte, die dieses Unternehmen kannten. Alles gut. Nur das eine Detail gefiel dem einen Personaler nicht so ganz. Es gab in diesem Bürokomplex für alle Unternehmen einen gemeinsamen Empfang:

Tür geht automatisch auf und man tritt zum Empfang:

„Guten Tag. Mein Name ist Sprenger. Ich habe um 10 Uhr einen Vorstellungstermin bei Herrn A, B und C vom Unternehmen XYZ.“

„SIE SEHEN DOCH, DASS SICH DAS UNTERNEHMEN IM ERSTEN STOCK BEFINDET!“

Auch ihre nicht hochblickende und kaugummikauende Grazie von Kollegin ließ mich erkennen, dass ich im Großstadtflair von Dussel…ähh…Düsseldorf angekommen war:

„JA, MAN, EY…Erstes Stock!“

Okay, ich konnte die Unfreundlichkeit beider verstehen. Sie waren unwissend und abgelenkt. Abgelenkt hauptsächlich vom wirklich gut aussehenden Mann mit südländischen Flair im schwarzen Blaumann mit viel zu engem, dünnem, weißem T-Shirt. Sixpacks waren in jedem Fall zu erkennen. Ohne Witz, der Mann erklärte den Frauen…ähh…Grazien, wo und wie man(n) den Windows-Start-Button findet.

„Ok, danke für die Info, meine Damen. Ich gehe dann mal in „DEN ERSTEN STOCK!“

Hätte ich es lieber der Wand gesagt. So begann ich es meinen Interviewern zu erzählen. Der eine Personaler stand jetzt auf und verschwand aufgebracht zum Empfang nach unten. Da die Tür aufblieb, konnte man – ich will es nicht Mitarbeitergespräch nennen, eher Konfliktgespräch, sorry, Konfliktmonolog – sehr gut mithören.

„Das ist jetzt aber auch kein sehr guter erster Eindruck!“

„Ja, Herr Sprenger, da haben Sie recht, dafür entschuldige ich mich schon mal bei Ihnen!“

Drei Tage später kam die Absage. Schade war doch so lustig da.

 

 

Larne

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