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Es geht weiter!

Ab 1. Dezember 2016 soll es mit neuen, kuriosen und exotischen

Geschichten der Arbeitssuche weiter gehen!

Bitte in den Abendstunden auf www.arbeitslosenexot.de klicken!

Beiträge sollen alle drei bis vier Wochen erscheinen!

Bis dahin viel Spaß mit alten, aber immer noch aktuellen Beiträgen!

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Wir melden uns…!

Es ist mal wieder soweit: Die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch kommt ins Haus.

Aber auf der Homepage oder in der Stellenanzeige sind leider keine Informationen zum Bewerbungsverfahren.

Die Einladung gibt auch kaum Informationen außer Ort, Datum und Gesprächspartner.

Natürlich hat man sich vor der Bewerbung im Internet über das Unternehmen informiert und gegebenenfalls das Unternehmen auf kununu gecheckt.

Man will ja schließlich wissen, wo man sich bewirbt und wer die persönlichen Daten bekommt!

Wer jetzt denkt, dass er die Einladung einfach annehmen sollte, der läuft Gefahr vor dem Gespräch zu wenig Akzente zu setzen. Akzente, die im Gespräch als eine Art Absicherung gelten könnten. Eine Absicherung, die es einem möglich machen könnte, diesen elendigen Satz zum Schluss des Vorstellungsgespräch zu umgehen!

Wir melden uns…!

Zumindest ist es wie im Privatleben. Wer Single ist und gerne mal das ein oder andere Date hat, der kennt diesen Satz bestimmt. Nur ist es bei einem Date nie klar, wer diesen Satz als erstes sagt. Jetzt mal ehrlich, wie oft hat man schon diesen Satz gehört. Nicht nur vom Gegenüber, welches man evtl. für sein weiteres Leben lieben möchte. Nein, man hat es sich auch selber sagen hören. Wie zum Beispiel an der Haustür. Wieder der Boforst- oder Heimfrost-Mann, dem man sagt: „Ich melde mich, wenn mich was interessiert!“

Mit diesem Satz wird mindestens einer in der Kommunikation verletzt. Beim Vorstellungsgespräch ist es oft der Bewerber. Auch viele aus meiner Gruppe erzählen es mir immer wieder, wenn man den Satz hört:

Auf das Abstellgleis verschoben! So fühlt man sich.

Wenn man gebraucht wird, holt man dich. Aber es können auch noch etliche andere vor wie hinter dir stehen. Ungewissheit zerfrisst die meisten Bewerber.

Nun komme ich zu der Geschichte, die mich dazu veranlasst hat, nicht nur „einfach“ eine Einladung anzunehmen. Ich sprach mit einem Vertriebsleiter. Führungsverantwortung. Nach persönlichen Problemen und Krankheit gekündigt wurden. Mit über 60 hatte er es aufgeben einen Job zu finden. Selber analysierte er ständig Menschen, um neue Mitarbeiter zu finden. 20 Jahre im Job.

Ich sprach ihn an wie man diesen Satz im Vorstellungsgespräch als Bewerber umgehen kann. Er erzählt mir von seinem besten Mitarbeiter, der mit der Weile seinen alten Posten inne hatte. Dieser Mensch hat einfach nur das umgesetzt, was er Jahre lang im Vertrieb gemacht.

Absicherung beim potentiellen (Neu-) Kunden.

So eine Absicherung kommt beim potentiellen Arbeitgeber sehr gut an. Bestimmt auch, wenn man nicht mit Kunden zu tun haben wird. Diese Art Absicherung gehört auch in vielen Vertriebsgesprächen zur Abschlusssicherheit eines guten Verkäufers. Also, warum dieses nicht in Vorstellungsgesprächen bzw. Bewerbungsverfahren anwenden? Der Bewerber hat es wie folgt gemacht. Ich habe es dann für meine Zwecke ein wenig modifiziert und auf meine Person angepasst:

  1. Die Einladung kommt

  2.  Telefon benutzen – „Ich habe vorab drei Fragen an Sie, um mich auf das Gespräch vorzubereiten!“

  3. Frage A: Sind alle Entscheider, die über die Einstellung entscheiden beim Gespräch dabei?

  4. Frage B: Entscheiden Sie direkt bei diesem Termin über meine Person? Ein Feedback direkt im Gespräch würde mir sehr weiterhelfen!

  5. Frage C: Derzeit sind Sie unter meinen Bewerbungen und bei dem, was ich im Internet (Zeitung, persönliche Gespräche, etc) über Sie erfahren konnte, mein Favorit. Um das Gespräch für uns (2, 3, 4,5) erfolgreich zu machen. Worauf muss ich mich bei Ihnen im Bewerbungsgespräch einrichten?

  6. Den Termin zusagen

 

Grundsätzlich ist dieser Leitfaden aus dem Vertieb übernommen. Er zeigt, dem potenziellen Arbeitgeber, dass man abschlusssicher ist und dem Erfolg nicht dem Zufall überlässt. Dazu kann man eine Menge in kürzester Zeit über das Unternehmen erfahren. Nimmt sich der Personaler auch am Telefon Zeit die Fragen zu beantworten? Unabdinglich ist der „persönliche“ Kontakt über das Telefon. Ein wichtiger Indikator, ob

die Chemie stimmt?!

Frage A: Ein richtiger Hammer! Unglaublich, was man alles über zukünftige Personen bzw. Vorgesetzte erfährt. Und man erfährt, wen man alles überzeugen muss. Evtl. ob es schon zu einem anderen Termin kommt, weil erstmal nur der Vorgesetzte sich absichern will, dass er dem Chef keinen Mist vorstellt.

Frage B: Wer kein Feedback im Voraus einfordert, kann sich nicht bei anderen Bewerbungsverfahren weiterentwickeln. Das zählt besonders in Gesprächen, in denen nicht direkt entscheiden wird –  „Wir melden uns…!“  – ist  im Gespräch ein No-Go. Zumindest das Ergebnis eines Feedbacks stellt man in Aussicht.

Frage C: Wieder ein Hammer. Was man alles im Voraus erfahren kann! Unglaublich. Geht es nur um die Person? Geht es auch schon um die eigentliche Arbeit? Kollegen? Vorstellung beim Gesellschafter? Man kann damit vielen Überraschungen aus dem Weg gehen. Selbst, wenn es nur die Information ist, ob Krawatte Pflicht ist oder nicht.

Absicherung pur!

Kommt es jetzt zum Gespräch und man hört: „Wir melden uns…!“ Gleich sagen, dass man unzufrieden ist. Man hat sich vorher mit den Fragen abgesichert, dass man ein Ergebnis haben möchte. Zumindest das kurze Feedback sollte drin sein. Wer auf alle Fragen eh nur Ablehnung bekommt, der sollte sich Gedanken machen, ob das auch im zukünftigen Berufsleben in dem Betrieb so sein wird!

Ich kann sagen, es klappt nicht nur bei Interviews für den Vertrieb. Buchhaltung, Logistik oder Ausbildung sind für diesen Leitfaden ganz heiß! Bei mir hat es für einen Vertriebsjob schon zwei Mal geklappt.

KEIN – „Wir melden uns…!“

Funktioniert es trotzdem nicht – „Wir melden uns bei Ihnen…!“- aus dem Weg zu gehen. Immer nachfragen, wann man sich meldet. Das ist das mindeste Ergebnis für einen Bewerber. Meldet sich das Unternehmen nicht in der vereinbarten Woche oder Tag, dann nächsten Tag gleich hinterher gehen. Wer dann nichts erfährt oder vertröstet wird, der sollte sich andere Prioritäten setzen.

Es ist schon ein Phänomen wir oft man nach „Wir melden uns…!“ oder „Ich melde mich…!“, dann doch nichts hört. Wirklich

Asche über das Haupt derjeniger, die sich nicht melden!

So geht man nicht mit Menschen um! Wenigstens die Info, dass sich eine Entscheidung noch hinzieht, kann beruhigend wirken und das Image des Verletzers also des Sagenden von „Wir melden uns!“, durchaus positiv beeinflussen. Man fragt sich bei einigen Unternehmen im Umgang mit Bewerbern, ob sie auch so mit Kunden umgehen?! Und dann von Fachkräftemangel reden….anderes Thema!!!

 

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Geht doch putzen!

Seit dem Start meines Blogs erreichen mich immer wieder Fragen. Eine Frage häuft sich derzeit ganz besonders:

„Wie gehst du mit *klugen* Ratschlägen um?“

Ich höre es immer wieder, dass Menschen, die in der Arbeitslosigkeit sind, Ratschläge – oft auch wirklich ernst gemeint – nicht nur von den Engsten in ihrem Leben bekommen. Alle Arbeitslosen, die ich bisher kennengelernt habe, suchen eigentlich nur den Job, der zu ihnen passt. Viele reden davon, dass sie auch echt anstrengende Jobs machen würden, wenn das Arbeitsumfeld stimmt.

 

„Geh Kartons stapeln!“

„Geh putzen!“

„Geh Taxi fahren!“

Ich versuche mich bei diesen sehr klug gemeinten (*Ironie aus*) Ratschlägen in mein Gegenüber zu versetzen.

Diese Person weiß es nicht besser. Sie war noch nie arbeitslos und sie wird daher eh nichts verstehen!

Komischerweise kommen diese Ratschläge aber erst, wenn man mit den Personen nicht redet oder zu viel redet. Ein gesundes Maß an Informationen ist das beste. Selbst seiner Ehefrau oder der Freundin erzählt man nicht alles, was man an einem Arbeitstag so erlebt hat. Stimmt doch, oder?!

Ich weiß aber, dass der eine oder andere ein Problem mit mir hat, gehe ich auch schon mal auf diese Person zu. Das kann Freundschaften bewahren.

Kann ich auf diese Person in meinem Leben verzichten oder nicht?

Das sollte man sich vorher fragen. Es kann aber auch schon mal sein, dass ich diesen Ratschlägen mit einem gewissen Gegenargument ausweiche:

„Kartons stapeln, putzen oder Taxi fahren sind Jobs, für die auch du Qualifikationen brauchst. Um diese Qualifikationen zu erreichen, bekommst du aber kein Geld vom Amt. Außerdem denke mal nach, was du da sagst. Damit diskriminierst du nicht nur mich – ich kanns aber ab – sondern vor allem die Facharbeiter. Nämlich den Taxifahrer, die Putzfrau und den Lagerarbeiter! Außerdem:

Wenn du es besser weißt, gibt mir deine Mail-Adresse und du bekommst meine Bewerbungsunterlagen. Dann kannst dich gerne für mich umhören und mir einen Job verschaffen!“

Schwubbs, hat man eigentlich den gewünschten Effekt. Entweder, die Person hilft einem wirklich oder sie weicht ganz schnell auf ein anders Thema aus. Eventuell kann die Konversation auch gelaufen sein. Wie man´s auch will. Die Person, die einem kluge Ratschläge zur Beendigung der Arbeitslosigkeit gibt, wird mit Widerworten nie glücklich sein.

 

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Der Burger-Brater-Onkel

In meiner Stadt machte ein Fast-Food-Restaurant auf. Die regionalen Zeitungen waren vor Eröffnung schon voll mit den Stellenanzeigen. Eine Stellenanzeige war für mich besonders interessant.

Restaurantleiter

  • kaufmännische Ausbildung

  • Erfahrung in der Gastronomie

  • Flexibilität – Bereitschaft zu Nachtschichten

  • PKW und Führerschein vorhanden

  • Multi-Kulturelles Verständnis

Eindeutig, das traf mein Profil. So sahen es auch die Personaler, die mich nach Hamburg zum Vorstellungsgespräch einluden.  Das ganze Bewerbungsverfahren war mehr als professionell. In der Stellenanzeige gab es schon mehrere Möglichkeiten wie man seine Bewerbung einreichen darf. Ich machte es bei einem Besuch persönlich. Schon am nächsten Tag erhielt ich eine Mail, dass ich im Bewerbungsverfahren bin, wie lange ich noch die Möglichkeit habe Unterlagen einzureichen, wen ich persönlich anrufen kann und wie lange die Entscheidungsfindung bis zu den Einladungen dauert. Mit einer sehr detaillierten Einladung fuhr ich nun nach Hamburg.

Ein klasse Büro in Top-Lage. Selbst Parkplätze für Gäste waren ausreichend vorhanden.

Das Vorstellungsgespräch hat richtig Spaß gemacht. Nach der obligatorischen Vorstellungsrunde machte man mir klar, dass man mich für das Gesamt-Unternehmen gewinnen möchte und den Umsatz durch mein regionales Netzwerk steigern möchte. Ich wäre der richtige Mensch für Events, Öffentlichkeitsarbeit und Aktionen im regionalen Einzugsgebiet. Der Deutschlandchef drückte sich so aus:

„Ich habe auch als „BURGER-BRATER-ONKEL“ in meiner Stadt begonnen!“

Mich mit etwas zu identifizieren, zu verkörpern und auch als solches in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden, stellt für mich ja auch eher eine Motivation dar. Also, wo waren die Details, welche mich zur Absage zwangen:

Es ging nach 10 Minuten Vorstellung nicht um ein Restaurant, sondern um zwei bis drei Standorte. Alles mit Privatwagen!!!

Zwischen 70 und 80 Mitarbeiter. Ziemlich kaltes Wasser ohne Führungserfahrung!

Die genaue Erklärung mit Verlauf einer Schulung, dass man für Personalführung nach 3 Monaten in der Lage sei, half da auch nicht so viel. Nach dieser Erklärung wollte man mich weiter motivieren. Man erreichte das Gegenteil:

„Sie sind für den Erfolg zuständig! Damit auch für Ihr Gehalt. Sie werden ganz schnell merken, was es bedeutet, wenn zum Beispiel in der Nachtschicht ein bis zwei Mitarbeiter zu viel sind, das betrifft dann sofort Ihr persönliches Ergebnis und damit Ihr Geld!“

Schon eine Aussage, die mich eigentlich motiviert, aber bei einem Fast-Food-Restaurant bedeutet dieses, selber an der Burger-Station oder der Friteuse zu stehen. Wenn Feiertags-, Wochenend-, und Nachtschichtzuschläge gezahlt werden, kann man sich ja denken, an welchen Tagen die Arbeitskraft am teuersten ist, und man sich selber einsetzten sollte. Es ging weiter mit ehrlichen, aber schon kuriosen Aussagen:

„Unser Stammpersonal besteht aus Studenten und Schülern in diesen Restaurants. Sie gelten als unzuverlässig. Hier ist Ihre Stärke. Sie sind gerade etwas älter und können diese wesentlich besser motivieren. Das größte Problem für unsere Mitarbeiter ist die Erreichbarkeit. In den Gewerbegebieten an den Autobahnen fährt kein ÖPNV!“

Das bedeutet, dass bei Personalmangel der Restraurantleiter sein Team auch mal persönlich abholt? Ein klares „JA“ von beiden Gesprächspartnern.

Bis jetzt hätte ich aber zusagt, aber es kam zu einer Aussage, die den „Burger-Brater-Onkel“ von einer anderen Seite zeigte:

„Wir haben Sie eingeladen, weil Sie das Verständnis für verwaltungstechnische Vorgänge haben. Durch Ihr Riesen-Netzwerk, Herr Sprenger, haben Sie ein sehr ausgeprägtes multi-kulturelles Verständnis und sind in der Lage beides zu verknüpfen. Wir brauchen an diesen Standorten jemanden, der beides verknüpfen kann, um vor allem unsere ausländischen Mitarbeiter mit Arbeitserlaubnissen zu versorgen!“

„Meine Herren, lassen Sie mich bitte kurz zusammenfassen! Ich soll

  1. Personalkosten in den Griff bekommen, indem ich selber zu allgemein unbeliebten Arbeitszeiten in der Küche bzw. Verkauf stehe?
  2. Ich soll Schüler und Studenten motivieren, pünktlich und selbstständig zur Arbeit zu kommen? Wenn nicht, hole ich sie?
  3. Ich soll Ansprechpartner und Helfer für ca. 40 ausländische Mitarbeiter sein, damit sie Arbeitserlaubnisse bei den Ämtern erhalten?
  4. So soll ich mit meinem Privatwagen ca. 3 Standorte im Umkreis von 40 Kilometern betreuen?

Wo bleibt da noch die Zeit den Burger-Brater-Onkel für Öffentlichkeitsarbeit, Events und so zu machen?“

„Sie haben den „BURGER-BRATER-ONKEL“ eigentlich schon sehr gut zusammengefasst!“

Es ging in die Gehaltsverhandlungen. Hier kam man mir mit einem Dienstwagen auf 1%-Regelung entgegen. Allerdings komplett mit Werbung. Nicht schlimm, fand ich, alles okay.

Auf dem Rückweg machte ich Halt an einem der besagten Standorte. Es begrüßte mich freundlichen ein indischer Mitarbeiter auf Englisch. Der türkische Koch sprach seinen Kollegen im Verkauf an:

„Ey, Yeside, dein Burger ist fertig!“

Am Counter neben mir wollte eine Dame einen „Kaffee-Latte“ haben:

„Unser brasilianischer Coffée-Boy macht Ihnen aus cubanischen Bohnen die beste Latte, die Sie in Deutschland kriegen können. Sie müssen bitte nur eben rüber an den anderen Tresen gehen!“

Mein Eindruck war, die haben schon alle ihren Spaß auf der Arbeit und warum sollte ich da nicht reinpassen? Ich sprach mit Freunden und Familie über das Angebot. Zwei Tage später nahm ich es an! Aber warum bin ich jetzt kein Burger-Brater-Onkel geworden?

Weder das Amt noch das Fast-Food-Restaurant selber bekamen es hin mir die Infektionsschutz-Belehrung beim Gesundheitsamt zu zahlen oder nur vorzufinanzieren. Außerdem war die nächste Belehrung erst Wochen später, sodass ich es nicht mehr vor Arbeitsbeginn geschafft hätte! Später anfangen ging aufgrund des Schulungsplan nicht.

 

 

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Passt schon! – 3 Sichtweisen auf Vermittlungsvorschläge

Immer wieder hört man von Arbeitssuchenden, dass sie wahllos mit irgend welchen Vermittlungsvorschlägen vom Arbeitsamt versorgt werden.

In Gesprächen mit Politikern und Verantwortlichen für den Arbeitsmarkt sage ich immer wieder, dass das Arbeitsamt und die regionalen Jobcenter qualifizierter vermitteln müssen.

Ferner ist es für alle Beteiligten einfacher, günstiger und umweltschonender

Ein Vermittlungsvorschlag vom Arbeitsamt besteht in der Regel aus circa drei doppelseitig bedrucken DIN A4 Seiten. Grundsätzlich ist das erstmal gut, da man wirklich sehr viele Informationen über die Stelle erhält. Leider können dort auch viel zu viele Informationen stehen, die einen die Bewerbung echt schwer machen. Viel mehr demotiviert es Menschen, die nach einem Job suchen. Hier ein aktuelles Beispiel:

Englisch verhandls

DIE SICHT DES BEWERBERS

Erstmal klingt diese Stellenanzeige ja gut. Dazu ist das Unternehmen auf kununu.de gut bewertet und es spricht eigentlich nichts gegen eine Bewerbung. Dazu ein 13. Gehalt. Also, wo ist jetzt das Problem für mich als Bewerber?

Die Kirche mal im Dorf lassen

Ich spreche weder ein „verhandlungssicheres Englisch“ noch eine 2. Fremdsprache. Dazu kommt, dass eigentlich keine Erfahrung im Sanitärbereich vorhanden ist. Warum sollte ich mich da jetzt bewerben? Nach Rücksprache mit den Arbeitsvermittlern wird man eigentlich nur ermutigt mit den Worten:

Man kann es ja mal versuchen. Per Mail bewerben kostet doch nichts!

Aber genau hier liegt der Hase im Pfeffer begraben. Der Vermittler schaut hier nicht über den Tellerrand. Wir reden bei den Qualifikationen um ein Jahresgehalt von mind. 35000€ zum Einstieg. Dazu kommt es noch, dass das Unternehmen in der Branche sehr bekannt ist und aufgrund dessen schon viele Bewerbungen bekommt. Ich habe mich bei der Ansprechpartnerin gemeldet:

80 Bewerbungen nach 3 Tagen eingegangen.

Wo ist da jetzt noch die Chance, dass man ohne die genannten Voraussetzungen diese Stelle bekommt? Sie liegt bei gleich 0. Gucken wir weiter über den Tellerrand. Man hat eine Bewerbung geschrieben, obwohl mal weiß, dass man absolut nicht die Qualifikationen vorweisen kann. Man bekommt in jedem Fall eine Absage. Eine Absage führt bei den meistens zu einer Demotivation. Wem ein „Nein“ bzw. eine Absage auf seine Bewerbung motiviert, der sollte echt mal zum Arzt. Es demotiviert! Viele schreiben nach Absagen erstmal gar keine Bewerbungen mehr.

DIE SICHT DES UNTERNEHMERS / HR-MANAGER

Immer wieder hört man von den Unternehmern, ob es wirklich noch qualifiziertes Personal auf dem Arbeitsmarkt gäbe? Sehr wahrscheinlich wird es schon unter den ersten 80 Bewerbungen einen Qualifizierten geben. Der reicht ja auch erstmal. Aber leider heißt das auch, dass er 79 Absagen versenden muss.

79 Absagen = 79 x schlechte Mund-zu-Mund-Propaganda.

Viele davon hervorgerufen durch versandte Vermittlungsvorschläge des Arbeitsamts. Ein Unternehmer meinte mal zu mir, deshalb schreibe er nicht mehr beim Arbeitsamt aus. Er bekäme dadurch nur „unqualifizierte“ Bewerber, die zu Mehrkosten in den Prozessen – durch viele Absagen – führen. Denn man möchte nicht, dass man Menschen, die bei ihm arbeiten möchten, verprelle. Denn als Einzelhändler schreibt man auch gewiss zu Kunden im direkten Einzugsgebiet Absagen. So könnte er mit einer Absage einen Kunden verlieren.

Kostenlos beim Amt ausschreiben = teurer als bei Stepstone oder Tageszeitungen

Teilweise wird das Unternehmen sogar auch noch parallel vom Amt angeschrieben mit dem Vorschlag des Bewerbers. Was für eine Bürokratie!

DIE SICHT DER ARBEITSAGENTUR / ARBEITSVERMITTLER

Der Arbeitsvermittler sitzt in seinem Büro und schaut in sein System, welchen Arbeitslosen er auf welche Stelle vermitteln kann. Er liest die Anforderungen des Unternehmers und denkt sich:

„Passt schon!“

Hauptsache er findet einen Bewerber, ob dieser nun unerlässliche Voraussetzungen erfüllt oder nicht. Der Vermittler kann aber sagen, dass er Vermittlungsvorschläge erarbeitet hat. Arbeitsnachweis geschafften! Leider wird hier aber nicht die Qualität bewertet. Nein, viel mehr schafft er einen ziemlich komplizierten Verwaltungsvorgang. Der Bewerber wird angeschrieben und muss sich zurückmelden. Wenn keine Rückmeldung kommt, kann dem Bewerber das Geld gekürzt werden. Ggf. wird der Unternehmer auch angeschrieben und muss sich zurückmelden. Letztendlich hat sich der Vermittler nur Arbeit gemacht und eine Menge an Kosten erschaffen.

Das was ich hier schreibe, hat mir kürzlich ein Arbeitsvermittler der Bundesagentur für Arbeit geklagt. Er hatte durchaus auch qualifizierte Bewerber, aber für die Stelle, die er vermitteln musste, erstelle er über 20 Vermittlungsvorschläge. Mit Wissen aus Erfahrung, dass es mindestens 18 Absagen und 20 Verwaltungsvorgänge nach sich ziehen wird, die er zu bearbeiten hat.

FAZIT

Würden Ämter qualifizierter und nicht immer quantitativ vermitteln, währen Unternehmer, Arbeitslose und Angestellte in den Ämtern motivierter. Dazu spart es noch eine Menge an Geld und betrachtet man das Papier, welches noch versandt und bedruckt werden muss, schont es definitiv die Umwelt.

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1/2 Jahr Akkordarbeit mit Nebenbei-Verdienst möglich

Ich traute meinen Augen nicht als ich das gesehen habe. Ja, es steht wirklich in einer Stellenanzeige vom BAMF:

Der Arbeitsplatz ist stark korruptionsgefährdet

Aber man lese die Stellenanzeige nur einen Satz weiter:

Das Angebot ist befristet auf 6 Monate.

BAMF Bremen Stellenausschreibung

Nein, es wird noch besser. Einfach mal schauen, was man alles innerhalb der 6 Monate können muss bzw. sich aneignen soll.

BAMF Bremen Erwartungen

Bei der Fülle an Aufgaben und Kenntnissen sind einige Angestellte im öffentlichen Dienst schon ein halbes Jahr auf Schulung. Mal abgesehen von der Verantwortung (Man entscheidet mit über Menschen! Bleiben ja oder nein!) und der Bezahlung, wird man noch der Gefahr von Bestechung, Korruption und sonstigen Straftaten ausgesetzt. Ein Angebot für ein halbes Jahr arbeiten, befristet. Gut, wer sich da angesprochen fühlt, bitte! Laut BAMF hat man bei den Stellenbesetzungen aber keine Probleme. Andere Frage, was bietet das BAMF eigentlich außer ein halbes Jahr Akkordarbeit?

Wer es richtig macht, der kann innerhalb eines halben Jahres viel nebenbei verdienen *hust*.

Wer sich bewerben möchte, der Link zu gesamten Stellenanzeige:

http://jobboerse.arbeitsagentur.de/vamJB/stellenangeboteFinden.html?execution=e1s4&printable=true&extent%5Bxmin%5D=453534.3399165893&extent%5Bymin%5D=5872057.203279584&extent%5Bxmax%5D=515983.3920255783&extent%5Bymax%5D=5898810.163179395&extent%5BspatialReference%5D%5Bwkid%5D=25832&extent%5BspatialReference%5D%5BlatestWkid%5D=25832

 

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Blackbox geöffnet

Mir wurde mal von der sog. Blackbox berichtet. Jeder Personaler sollte Sie eigentlich kennen, aber der Bewerber meistens nicht. Die Blackbox ist die Phase des ersten visuellen Eindrucks auf das Unternehmen vom Bewerber. Kurz gesagt: Der Weg vom Werkstor/Parkplatz bis zum Raum, in dem das Interview stattfindet. Hier sammelt der Bewerber erste Eindrücke von Unternehmen und trifft beispielsweise am Empfang auf erste potentielle Kollegen.

Sitzt man nun als Bewerber im Vorstellungsgespräch hat man diese Blackbox bereits durchlaufen. Ich öffnete diese Blackbox, da ich gezielt auf den ersten Eindruck des Unternehmens gefragt wurde:

„Herr Sprenger, wie war der erste Eindruck des Unternehmens für Sie?“

Ich erzählte erstmal vom guten Webauftritt und meinem kununu-Check. Auch die Korrespondenz lief sehr professionell und sympathisch. Da das Unternehmen bekannt war, frage ich Freunde und Bekannte, die dieses Unternehmen kannten. Alles gut. Nur das eine Detail gefiel dem einen Personaler nicht so ganz. Es gab in diesem Bürokomplex für alle Unternehmen einen gemeinsamen Empfang:

Tür geht automatisch auf und man tritt zum Empfang:

„Guten Tag. Mein Name ist Sprenger. Ich habe um 10 Uhr einen Vorstellungstermin bei Herrn A, B und C vom Unternehmen XYZ.“

„SIE SEHEN DOCH, DASS SICH DAS UNTERNEHMEN IM ERSTEN STOCK BEFINDET!“

Auch ihre nicht hochblickende und kaugummikauende Grazie von Kollegin ließ mich erkennen, dass ich im Großstadtflair von Dussel…ähh…Düsseldorf angekommen war:

„JA, MAN, EY…Erstes Stock!“

Okay, ich konnte die Unfreundlichkeit beider verstehen. Sie waren unwissend und abgelenkt. Abgelenkt hauptsächlich vom wirklich gut aussehenden Mann mit südländischen Flair im schwarzen Blaumann mit viel zu engem, dünnem, weißem T-Shirt. Sixpacks waren in jedem Fall zu erkennen. Ohne Witz, der Mann erklärte den Frauen…ähh…Grazien, wo und wie man(n) den Windows-Start-Button findet.

„Ok, danke für die Info, meine Damen. Ich gehe dann mal in „DEN ERSTEN STOCK!“

Hätte ich es lieber der Wand gesagt. So begann ich es meinen Interviewern zu erzählen. Der eine Personaler stand jetzt auf und verschwand aufgebracht zum Empfang nach unten. Da die Tür aufblieb, konnte man – ich will es nicht Mitarbeitergespräch nennen, eher Konfliktgespräch, sorry, Konfliktmonolog – sehr gut mithören.

„Das ist jetzt aber auch kein sehr guter erster Eindruck!“

„Ja, Herr Sprenger, da haben Sie recht, dafür entschuldige ich mich schon mal bei Ihnen!“

Drei Tage später kam die Absage. Schade war doch so lustig da.

 

 

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Letzter Ausweg Zeitarbeit – Mythos Fachkräftemangel

Das Märchen vom Fachkräftemangel ist alt. Aber leider ist das Märchen vom Fachkräftemangel im Ingenieurswesen noch älter.

Daher viel zu schade, dass das MDR jetzt erst damit rauskommt.

http://www.mdr.de/mediathek/suche/mediathek-suche–100.html?q=Fachkr%C3%A4ftemangel

Das Märchen vom Fachkräftemangel

Nicht das erste Mal, dass man davon hört. Meine Erfahrungen sind durch viele Branchen immer wieder gleich. Egal, ob Ingenieure, Pflegekräfte, Handwerker, Kaufleute oder Erzieher. Überall ist kein Fachkräftemangel. Eventuell mal regional. Es gibt genug Qualifizierte auf dem Markt. Zwar bekommen Unternehmen nicht mehr so viele Bewerbungen wie früher und können sich die Creme de la Creme aussuchen, aber Bewerbungen kommen. Und man kann als Unternehmen auch gerne mal nachschulen. Bewerber sind dann einverstanden auch weniger zu verdienen.

Aber eine Zeitarbeitsfirma als „Profi“ für Bewerbungsunterlagen von wirklichen Fachkräften zu bezeichnen, ist schon ein wenig lustig. Solche Firmen sind eher froh mal solche Menschen vermitteln zu dürfen.

Ausweg Zeitarbeit

Das ist leider immer mehr der Fall bei den Fachkräften, den Fachkräften, die noch wirklich motiviert sind zu arbeiten. Wer noch mehr Input zum Thema „Mythos Fachkräftemangel“ möchte, dem empfehle ich das Buch von Martin Gaedt.

http://www.amazon.de/Mythos-Fachkr%C3%A4ftemangel-Deutschlands-Arbeitsmarkt-schiefl%C3%A4uft/dp/3527507698/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1460722575&sr=8-1&keywords=mythos+fachkr%C3%A4ftemangel

So sehr ich auch den Experten und Professoren im Beitrag zustimme. Eines jedoch wird leider nicht genannt und das ist derzeit viel wichtiger in meiner jungen Gesellschaft für jeden einzelnen Arbeitstätigen:

Bessere Arbeitsbedingungen. Höhere Löhne sind out.

Es geht viel mehr um bessere Arbeitsbedingungen. Hier geht es nicht nur um mehr Lob und Anerkennung des Vorgesetzten. Nein, ganz im Kommen sind flexible Arbeitszeiten. Viele Fragen sich aufgrund des Internets überhaupt noch, warum sie für 8 Stunden Stammdatenpflege eigentlich noch in die Firma fahren müssen. Homeoffice. Mehr Freizeit und mehr Selbstbestimmung im Berufsalltag, sind mehr wert als überdurchschnittliche Löhne.

 

 

 

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Online-(Zeit)-Portal für Bewerbungen

Wie viele Stunden hat man vor diesen Onlineportalen verbracht?  Nicht nur der Personaler im heutigen Artikel der FAZ hat es so hinter sich. Wie viel Beispiele gefällig?

Der FAZ-Artikel: http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/arbeitswelt/bewerbungen-schreiben-fuer-traumjob-kostet-zeit-und-nerven-14154231.html

Warum viele Bewerber Online-(die einen Zeit und Nerven rauben)-Portale ungern benutzen, habe ich bereits in meinem Beitrag „Computer sagt: NEIN“ http://arbeitslosenexot.de/?p=35 beschrieben.

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Und was ist bei Krankheit? Gesundheitsmanagement Dienstwagentausch!

Jedes Ratgeberbuch zu Vorstellungsgesprächen würde aussagen:

Diese Frage stellt man in einem Vorstellungsgespräch nicht!

Wer in den Außendienst möchte, kommt meistens um einen Dienstwagen nicht rum. Dieses versuchen einige Firmen auch immer als Motivationsfaktor zu sehen. Nun traf mich echt der Schlag als zu einem Vorstellungsgespräch geladen wurde.

Ich kam in meiner Heimatstadt in ein zentrales Hotel, um ein Gespräch zu führen. Die Firma war ein Unternehmen, welches Werkstattbedarf im Direktvertrieb anbot. Ich wurde schon im Foyer von einem Herren am Stehtisch mit grüner Tischhusse und grüner Krawatte begrüßt. Ich sollte meine Unterschrift leisten, dass ich auch wirklich anwesend war. Ich wurde in einen Raum begleitet.

Abgedunkelt. Sitzreihen in Kinooptik zur Leinwand. Getränke und Snacks zum Selbernehmen. Hellgrüne Deko.

Beeindruckendes CI. Überzeugt. Aber trotzdem ein wenig übertrieben mit grüner Farbe. Es begann eine Präsentation über das Unternehmen, die Produkte und den Job. Die Präsentation bestand aus Videos. Es kamen nicht nur Kunden zu Wort wie toll die Produkte und nett die Mitarbeiter sind, nein, auch die Mitarbeiter und Lieferanten. Aber alles schön in grün!

 Fielmann-Werbung zum Vergleich bitte!!!

Ich schaute auf die Uhr. 20 Minuten waren vergangen. Jetzt muss doch mal etwas Negatives kommen?! Nein! Jetzt kam der Vertriebsleiter und stellte die Verdienstmöglichkeiten vor. Wohlgemerkt, ich war nicht alleine im Raum. Das Kino war zur Hälfte besetzt mit circa 10 Leuten.

Ja. Jetzt kam der Schlag. Diese Folie fehlte wirklich noch. Aber ich musste zwei Mal hinschauen:

Eine Folie mit der Übersicht der Dienstwagen nach Umsatz. Es kann schon mal üblich sein, dass dieses nach Jahresumsatz geht. Aber meine Nachfrage auf die Folie innerhalb der Präsentation kam auch wieder aus mir raus geschossen, da die Folie nicht Jahre, sondern Monate anzeigte:

„Tauschen Sie bei 500 Außendienstmitarbeitern deutschlandweit alle vier Wochen den Dienstwagen?“

„Nein. Nicht ganz. Aber dieses gehört mit zu unserer Motivationssteigerung. Sie fangen bei uns mit einem Golf an. Sollten Sie unter einen gewissen Umsatz kommen, bekommen Sie einen Ford Fiesta. Aber da wir niemanden im ersten halben Jahr haben, der zum Vormonat weniger verdient, kommen Sie sehr schnell zum Passat bzw. Audi A4. Bei gleichbleibenden Umsatz behalten Sie Ihr Auto.“

Es folgte eine Frage aus den Ratgebern, die man nie stellen sollte:

„Und was ist bei Krankheit?“

Sehen Sie einfach zu, dass Sie gesund bleiben! Die Vertriebstagungen in der Zentrale sind alle 4 Wochen. Spätestens dann bekommen Sie ein neues Auto.

TOLLES MOTIVATIONSMODELL

Die Farbe grün steht doch für Gesundheit und Kraft?! Aber das wurde mir zu grün. Zu einem weiteren Termin kam es dann auch nicht seitens des Unternehmens.