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Sauberes polizeiliches Führungszeugnis entspricht Menschlichkeit

Jeder Jobsuchende ist für mich grundsätzlich motiviert.

Sicherlich bin ich auch schon auf den einen oder anderen gestoßen, der keine Lust hatte zu arbeiten. Diese Menschen, die ständig als Beispiel genommen werden für jeden Arbeitslosen.

Bier trinkend vor dem Amt rum hocken mit Gleichgesinnten!

Abgesehen von diesem Klichée ist die Mehrheit der Arbeitslosen sehr motiviert. Warum es dennoch mit dem Job nicht klappt und man allen Grund hat auch mal unmotiviert zu sein, ist ein Ziel dieses Blogs. Erzählen!

Speziell ich habe als Bewerber den Blick auf die verschiedensten Bewerbungsverfahren für die Jobs im Vertrieb und hatte diese Jobs ja schon. Bekannte, Freunde oder meine anonymen Arbeitslosen erzählen mir ihre Erfahrungen. Wenn sich bei den Erzählungen Parallelen auftun, ist dieses für mich sofort einen Beitrag wert.

Zwei Bekannte erzählten mir von einem Vorstellungsgespräch. Der eine morgens auf dem Markt. Der andere abends beim Sport. Beide waren sie glücklich. Es hatte funktioniert. Endlich einen neuen Job.

In Bremen baute ein Logistiker eine neue Halle. Neue Mitarbeiter wurden gebraucht. Es wurde in Tageszeitungen und auch im Radio für neue Jobs geworben. Man folgte dem Aufruf und bewarb sich.

Bitte nur online bewerben!

Das war eine der Bedingungen in der Stellenanzeige. Jeder der sich bewirbt, sollte mit einem Online-Formular zurecht kommen. Für viele Bewerber aber wohl eine sehr große Hürde – Naja, anderes Thema!

Darauf folgte sofort eine Bestätigungsmail. Schon am nächsten Tag kam die Einladung zum Vorstellungsgespräch. Hier wunderten sich schon meine Bekannten.

09:40 Uhr und 14:20 Uhr

Sehr krumme Zeiten für ein Vorstellungsgespräch. Ein Bekannter folgte meinen Rat und bestätigte nicht stumpf den Termin. Er ging ans Telefon und frage zumindest, was man im Vorstellungsgespräch von ihm verlänge.  Dazu stellte er nur interessehalber die Frage, warum es denn so eine krumme Uhrzeit für ein Vorstellungsgespräch wäre. Ein Wunder – nein – der Personaler war sehr auskunftstfreudig. Er gab es wohl so wieder:

„Die Uhrzeiten sind bewusst so gewählt. Das Gespräch wird nicht länger als 10min dauern. Bei diesen Uhrzeiten sehen wir, ob sie die Uhr lesen können. Bei uns ist Pünktlichkeit wegen des Schichtsystems ganz wichtig. Kommen Sie pünktlich, haben Sie die erste wichtige Aufgabe erfüllt. Dann sollten Sie im Gespräch etwas von sich erzählen. Wir werden Ihnen genau diese Aufgabe bzw. Bitte stellen! Bitte erzählen Sie was von sich! Ich bin da ehrlich! Hier geht es darum: Verstehen Sie Anweisungen auf Deutsch?!“ Nun wurde der Personaler ein wenig cooler:

Stablerschein = Eintrittskarte zum Vorstellungsgespräch

„Ihre Eintrittskarte zum Vorstellungsgespräch haben Sie bereits Ihren Anlagen beigefügt. Keiner hat Ihren Lebenslauf oder Ihr Anschreiben gelesen. War im Anhang ein Stablerschein, bekamen Sie eine Einladung!“ Der Personaler wurde noch ehrlicher und noch cooler:

Polizeiliches Führungszeugnis = Eintrittskarte in den Job

„Gut, das was ich von Ihnen bisher am Telefon gehört habe, reicht mir eigentlich. Im normalen Vorstellungsgespräch hätte ich jetzt noch die Menschlichkeit bei Ihnen überprüft. Ist ihr polizeiliches Führungszeugnis sauber? Sind Sie so ehrlich zu mir, dass mir sagen, dass Sie Einträge im Führungszeugnis haben, aber nicht für diese Einträge schuldig sind, dann glaube ich Ihnen und Sie bekommen den Job. Bringen Sie das doch bitte mit zum Gespräch. Sie bekommen dann auch sofort den Vertrag mit!“

So schnell gibt es Jobs in den Logistik!

Zusammenfassend ist es ganz einfach dargestellt:

Pünktliches Erscheinen zum Vorstellungsgespräch (Grundvoraussetzung)
Stablerschein (Fachlichkeit – kann nachgereicht werden)

Sauberes Führungszeugnis (Menschlichkeit)

 

Manchmal sind die Hürden für einen Job sehr gering. Vor allem, weil man Fachliches sehr schnell nachholen kann. Das Erlangen von Stablerscheinen kann man bei uns in der Region bei verschiedensten Dienstleistern während eines Wochenendes machen. Und wie oft habe ich schon davon gehört, dass man nur seinen Anwalt bemühen muss, weil es um Kleinstdelikte geht und hierdurch Job und Familie auf dem Spiel steht. Wie auch immer der Anwalt mit dem Staatsanwalt kann. Ein kurzes Schreiben oder Anruf und der Eintrag ist draußen. Was ich damit sagen will:

Wer will – der schafft es. Wer möchte – auch. Wer zweifelt – sollte sich von einer Vertrauensperson Hilfe suchen.

 

 

 

 

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Job um die Welt? Nur Reisepass benötigt!

Stellenanzeige suchen/lesen

Bewerbung schreiben

Eventuelles hinterher telefonieren

Interview vor dem Vorstellungsgespräch

Fahrt zum Vorstellungsgespräch

Führen des Gesprächs

Telefonieren zum Einstellungsgespräch

Fahrt und Führen des Gesprächs

Zwischendurch elendiges Warten

 

So oder so ähnlich kann es laufen bevor man einen Arbeitsvertrag bekommt. Schlimm wird es dann, wenn noch einen bis mehrere Tage Praktikum dazu kommen. Aus dem Vertrieb kann ich berichten, dass es vorher sogar noch Schulungen geben kann, die man machen muss. Online oder sogar direkt im Stammhaus. Wie man sowas jetzt bewerten soll, bleibt jedem selber überlassen und auch, ob man diese Zeit wirklich nur für einen oder für den Job macht.

Besonders viel Zeit für einen Arbeitsvertrag wendet man aus meiner Erfahrung bei Konzernen oder großen Firmen auf. Eben halt dort, wo es viele Menschen gibt, die man von sich überzeugen muss. Da kann es schon mal vorkommen, dass vor einem ein Psychologe, Vertriebsleiter, Vorstandsboss und die Personalcheffin sitzt. Bei einem politischen Empfang redete ich kürzlich mit einem Inhaber einer 500-Mitarbeiter-Firma über dieses Thema.

Recruitment-Days

Er kannte es bereits, um seine Auszubildenden zu finden. Allerdings nicht so exzessiv, dass es über mehrere Tage geht. Es nahm das Angebot von Schulen und dem Arbeitsamt wahr einmal jährlich bei einem Azubi-Speed-Dating teilzunehmen. Gute Erfahrungen hatte er damit gemacht. Es kommt Jahr für Jahr vor, dass viele Menschen kurz vor Anfang absagen, „dann sind Speed-Datings sehr gut.“

Jetzt ging es aber darum Menschen zu finden, die ein wenig mehr Verantwortung im Job übernehmen können. Beispielsweise wurde ein Teamleiter für das Lager und den After-Sales-Service gesucht. Er nahm meinen Rat an und veränderte seine Prozesse nach dem Modell von Lufthansa, um Flugbegleiter zu finden.

Lufthansa 1

 

Zwar buchte er jetzt keine teuren Hotels, aber solche Castings haben den Vorteil, das niemand lange Bewerbungen auswerten muss. Wer zum Casting die genannten Punkten vorweisen kann, kommt ins weitere Bewerbungsverfahren. Das tolle an dem Bewerbungsverfahren ist, dass man eigentlich sofort Bescheid bekommt, ob man geeignet ist oder nicht.

Kein Lebenslauf nötig!

Erspart ziemlich viel Papierkram und viel Zeit beim Lesen.  Viel besser ist allerdings, dass solch ein Prozess eine sehr gute und aussagende Stellenausschreibung benötigt. Kriterien sind klar genannt!  Nach meinen Recherchen haben Kandidaten, die sich gut präsentiert haben, gleich einen Termin zur ärztlichen Untersuchung mit anschließender Vertragsunterzeichnung bekommen.
Im Übrigen sind diese Castings bei der Lufthansa schon uralt und gehören zur Lufthansa wie der Kranich. Wer Lust und Laune hat, kann das Uralte als Innovation für das Recruiting im Mittelstand verkaufen! Mal schauen, wer als erstes auf so eine Geschäftsidee kommt. *hust*

Lufthansa 2

 

 

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Die Handy-Signatur

Unter Arbeitslosen gibt es ordentlich genervte. Meist dann, wenn der Arbeitsvermittler oder sich jemand anders vom Amt meldet.

Es gibt aber auch die, die sich echt mal über einen Anruf vom Arbeitsvermittler freuen würden.

Wir bleiben in diesem Beitrag aber mal den Genervten. Und nein, ich werde sie nicht in den Schutz nehmen!

Es ist wieder aus der Kategorie:

Lache, wenn es nicht zum Weinen reicht!

Ich höre von so einem Fall nicht das erste Mal. Doch mit der Weile scheint es sich zu häufen.

Bewerbungsverfahren und allgemeine Kommunikation wird immer digitalisierter. Das hatte der Genervte wohl ein wenig falsch verstanden.

Erst erzählte er seinem Arbeitsvermittler, dass er sich keinen Telefonanschluss mehr leisten kann. Er würde auch kein Handy mehr besitzen und somit telefonisch nicht zu erreichen sein. Er hätte ja schließlich eine feste Wohnadresse und man könne ihn schließlich noch über seine Mail-Adresse erreichen.

Telefonnummer, aber niemand geht ran

Letztendlich hat der Genervte nur den Spieß umgedreht. Viele Ämter machen es schließlich genau so. Zwar haben viele Ämter Telefonnummern, aber erreichbar sind sie nur per Brief oder Mail.

Der Arbeitsvermittler hat sich gedacht: „Na gut, dann machen wir das eben so!“

Der Genervte bekam die Einladung zum Gespräch, um eine neue Wiedereingliederungsvereinbarung zu machen, per Post.

„Haben Sie wirklich kein Handy?!“ Fragte der Arbeitsvermittler. „Ich würde Ihnen gerne konkrete Stellen nach kurzer Absprache telefonisch anbieten!“

„Nein, ich habe kein Handy!“

„Gut, dann erklären Sie mir mal bitte, warum in jeder Ihrer Mail-Antworten:

VON MEINEM IPHONE GESENDET

erscheint!“

Der Arbeitsvermittler fragte nicht nur, um seinen jetzt noch mehr genervten Kunden telefonisch erreichen zu können. Nein, viel mehr war es ein wirklich gut gemeinter Tipp für seine Bewerbungen und Korrespondenz mit zukünftigen Arbeitgebern.

In vielen HR-Abteilungen ist dieses immer ein „Running-Gag“. Wer nun gerne mit dem Handy schreibt und meint, man müsse sofort antworten, der ist nicht immer gut beraten in seiner Kommunikation. Zumindest sollte man bei diesen mobilen Endgeräten die Endsignatur lieber raus nehmen!

Mails wie : „Vielen Dank. Ich nehme am Vorstellungsgespräch teil. VON MEINEM IPHONE GESENDET“ sind nun nicht vorteilhaft.

Ämter und der potenzielle Arbeitgeber mögen es gerne förmlich angesprochen zu werden.

Alleine nur aus dem Grund, weil jeder Mensch ist und das selbe Ziel hat: Arbeit für den Genervten zu finden!

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Gutschein für Bewerbung

Vielen Dank für das Interesse an einer Mitarbeit in unserem Unternehmen.

Leider gab es einen anderen Bewerber, der unserem Profil genauer entspricht.

Sehen Sie in der Absage keine Abwertung Ihrer fachlichen und persönlichen Werte

….BLA BLA BLA….wer kennt diese Sätze etwa nicht, wenn er sich bewirbt?!

Absagen auch mal bis zum Ende lesen!

Aber was Krombacher da am Ende macht, das ist echt cool. Ein Gutschein für eine Werksführung. Mal schauen, wann ich das nächste Mal in Krombach bin.

Absage + Gutschein bei Krombacher

Von der Größe, finanziellen Mitteln und Bedeutsamkeit der Marke des Unternehmens mal abgesehen, ist es doch so einfach vielen Bewerbern ein anderes Gefühl – ein gutes Gefühl – in der Absage mitzugeben.

 

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Hinter Quantität steht zermürbende Qualität

Woran liegt es, dass das Bewerbungsschreiben einen manchmal zermürbt?

Ja, es ist öfter so. Besonders, wenn man sich auf Stellen bewirbt, die von Arbeitsvermittlern ausgeschrieben werden.

Es ist schon auffällig, vor allem, bei der Jobbörse der Arbeitsagentur. Eine Stelle wird von drei verschiedenen Arbeitsvermittlern ausgeschrieben.

Ich habe es mir angewöhnt, wenn sich die Stellenausschreibungen gleich lesen lassen, anzurufen. Einfach mal nach der Branche fragen. Alle drei Stellenausschreibungen waren für die Textilbranche.

Einkauf 3x

 

Rein theoretisch würde eine Bewerbung reichen! Aber man bewirbt sich trotzdem auf alle drei Ausschreibungen. Ich frage mich aber, was bringt es dem Unternehmen eine Stelle über drei verschiedene Arbeitsvermittler zu suchen?

Für mich überwiegen die Nachteile wie die Kosten und das Verwalten von drei „Personal-Lieferanten“! Bemerkenswerter finden ich allerdings, dass es man hier dreifach Kosten produziert für einen Job mit eher durchschnittlichen Einkommen und Verantwortung, wobei die Dienste von der Agentur für Arbeit doch kostenlos sind. Ich weiß, dass viele Unternehmer ein Problem mit der Stellenbörse beim Arbeitsamt haben. Dann vergibt man gleich drei mal den Auftrag und trotzdem landet die Anzeige auf der Jobbörse des Arbeitsamts.

Für uns Bewerber hat auch einen kleinen Vorteil gegenüber dem Amt. Man kann beweisen, dass man 3 Bewerbungen geschrieben hat. Egal wie viel Stellen auch tatsächlich dahinter stehen!

3 Bewerbungen sind 3 Bewerbungen für das Amt

Aber für das Amt hat es noch einen Vorteil. Denn hier sind 3 verschiedene Ausschreibungen! Und für das Amt stehen dort auch 3 verschiedene Stellen hinter. Wie soll man auch sonst beweisen, dass hinter 3 verschiedenen Arbeitsvermittlern nur eine tatsächliche Stelle steht? Es geht nicht. Also lässt man diese Zahlen doch gerne in der Statistik. Das ist aber auch der Grund, warum ich vielen Zahlen von der Agentur für Arbeit nicht traue.

Vielen Bewerben fällt es zunehmend auf, dass hinter mehreren Stellenausschreibungen nur eine tatsächlich zu vergebene Stelle steckt.

Quantität ohne Qualität zermürbt.

Warum die privaten Stellenbörsen diese Dopplungen kaum haben, ist fraglich. Bei der Jobbörse vom Arbeitsamt häuft es sich! Liegt aber wohl daran, dass die privaten Jobbörsen Geld nehmen!

 

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Es geht weiter!

Ab 1. Dezember 2016 soll es mit neuen, kuriosen und exotischen

Geschichten der Arbeitssuche weiter gehen!

Bitte in den Abendstunden auf www.arbeitslosenexot.de klicken!

Beiträge sollen alle drei bis vier Wochen erscheinen!

Bis dahin viel Spaß mit alten, aber immer noch aktuellen Beiträgen!

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Wir melden uns…!

Es ist mal wieder soweit: Die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch kommt ins Haus.

Aber auf der Homepage oder in der Stellenanzeige sind leider keine Informationen zum Bewerbungsverfahren.

Die Einladung gibt auch kaum Informationen außer Ort, Datum und Gesprächspartner.

Natürlich hat man sich vor der Bewerbung im Internet über das Unternehmen informiert und gegebenenfalls das Unternehmen auf kununu gecheckt.

Man will ja schließlich wissen, wo man sich bewirbt und wer die persönlichen Daten bekommt!

Wer jetzt denkt, dass er die Einladung einfach annehmen sollte, der läuft Gefahr vor dem Gespräch zu wenig Akzente zu setzen. Akzente, die im Gespräch als eine Art Absicherung gelten könnten. Eine Absicherung, die es einem möglich machen könnte, diesen elendigen Satz zum Schluss des Vorstellungsgespräch zu umgehen!

Wir melden uns…!

Zumindest ist es wie im Privatleben. Wer Single ist und gerne mal das ein oder andere Date hat, der kennt diesen Satz bestimmt. Nur ist es bei einem Date nie klar, wer diesen Satz als erstes sagt. Jetzt mal ehrlich, wie oft hat man schon diesen Satz gehört. Nicht nur vom Gegenüber, welches man evtl. für sein weiteres Leben lieben möchte. Nein, man hat es sich auch selber sagen hören. Wie zum Beispiel an der Haustür. Wieder der Boforst- oder Heimfrost-Mann, dem man sagt: „Ich melde mich, wenn mich was interessiert!“

Mit diesem Satz wird mindestens einer in der Kommunikation verletzt. Beim Vorstellungsgespräch ist es oft der Bewerber. Auch viele aus meiner Gruppe erzählen es mir immer wieder, wenn man den Satz hört:

Auf das Abstellgleis verschoben! So fühlt man sich.

Wenn man gebraucht wird, holt man dich. Aber es können auch noch etliche andere vor wie hinter dir stehen. Ungewissheit zerfrisst die meisten Bewerber.

Nun komme ich zu der Geschichte, die mich dazu veranlasst hat, nicht nur „einfach“ eine Einladung anzunehmen. Ich sprach mit einem Vertriebsleiter. Führungsverantwortung. Nach persönlichen Problemen und Krankheit gekündigt wurden. Mit über 60 hatte er es aufgeben einen Job zu finden. Selber analysierte er ständig Menschen, um neue Mitarbeiter zu finden. 20 Jahre im Job.

Ich sprach ihn an wie man diesen Satz im Vorstellungsgespräch als Bewerber umgehen kann. Er erzählt mir von seinem besten Mitarbeiter, der mit der Weile seinen alten Posten inne hatte. Dieser Mensch hat einfach nur das umgesetzt, was er Jahre lang im Vertrieb gemacht.

Absicherung beim potentiellen (Neu-) Kunden.

So eine Absicherung kommt beim potentiellen Arbeitgeber sehr gut an. Bestimmt auch, wenn man nicht mit Kunden zu tun haben wird. Diese Art Absicherung gehört auch in vielen Vertriebsgesprächen zur Abschlusssicherheit eines guten Verkäufers. Also, warum dieses nicht in Vorstellungsgesprächen bzw. Bewerbungsverfahren anwenden? Der Bewerber hat es wie folgt gemacht. Ich habe es dann für meine Zwecke ein wenig modifiziert und auf meine Person angepasst:

  1. Die Einladung kommt

  2.  Telefon benutzen – „Ich habe vorab drei Fragen an Sie, um mich auf das Gespräch vorzubereiten!“

  3. Frage A: Sind alle Entscheider, die über die Einstellung entscheiden beim Gespräch dabei?

  4. Frage B: Entscheiden Sie direkt bei diesem Termin über meine Person? Ein Feedback direkt im Gespräch würde mir sehr weiterhelfen!

  5. Frage C: Derzeit sind Sie unter meinen Bewerbungen und bei dem, was ich im Internet (Zeitung, persönliche Gespräche, etc) über Sie erfahren konnte, mein Favorit. Um das Gespräch für uns (2, 3, 4,5) erfolgreich zu machen. Worauf muss ich mich bei Ihnen im Bewerbungsgespräch einrichten?

  6. Den Termin zusagen

 

Grundsätzlich ist dieser Leitfaden aus dem Vertieb übernommen. Er zeigt, dem potenziellen Arbeitgeber, dass man abschlusssicher ist und dem Erfolg nicht dem Zufall überlässt. Dazu kann man eine Menge in kürzester Zeit über das Unternehmen erfahren. Nimmt sich der Personaler auch am Telefon Zeit die Fragen zu beantworten? Unabdinglich ist der „persönliche“ Kontakt über das Telefon. Ein wichtiger Indikator, ob

die Chemie stimmt?!

Frage A: Ein richtiger Hammer! Unglaublich, was man alles über zukünftige Personen bzw. Vorgesetzte erfährt. Und man erfährt, wen man alles überzeugen muss. Evtl. ob es schon zu einem anderen Termin kommt, weil erstmal nur der Vorgesetzte sich absichern will, dass er dem Chef keinen Mist vorstellt.

Frage B: Wer kein Feedback im Voraus einfordert, kann sich nicht bei anderen Bewerbungsverfahren weiterentwickeln. Das zählt besonders in Gesprächen, in denen nicht direkt entscheiden wird –  „Wir melden uns…!“  – ist  im Gespräch ein No-Go. Zumindest das Ergebnis eines Feedbacks stellt man in Aussicht.

Frage C: Wieder ein Hammer. Was man alles im Voraus erfahren kann! Unglaublich. Geht es nur um die Person? Geht es auch schon um die eigentliche Arbeit? Kollegen? Vorstellung beim Gesellschafter? Man kann damit vielen Überraschungen aus dem Weg gehen. Selbst, wenn es nur die Information ist, ob Krawatte Pflicht ist oder nicht.

Absicherung pur!

Kommt es jetzt zum Gespräch und man hört: „Wir melden uns…!“ Gleich sagen, dass man unzufrieden ist. Man hat sich vorher mit den Fragen abgesichert, dass man ein Ergebnis haben möchte. Zumindest das kurze Feedback sollte drin sein. Wer auf alle Fragen eh nur Ablehnung bekommt, der sollte sich Gedanken machen, ob das auch im zukünftigen Berufsleben in dem Betrieb so sein wird!

Ich kann sagen, es klappt nicht nur bei Interviews für den Vertrieb. Buchhaltung, Logistik oder Ausbildung sind für diesen Leitfaden ganz heiß! Bei mir hat es für einen Vertriebsjob schon zwei Mal geklappt.

KEIN – „Wir melden uns…!“

Funktioniert es trotzdem nicht – „Wir melden uns bei Ihnen…!“- aus dem Weg zu gehen. Immer nachfragen, wann man sich meldet. Das ist das mindeste Ergebnis für einen Bewerber. Meldet sich das Unternehmen nicht in der vereinbarten Woche oder Tag, dann nächsten Tag gleich hinterher gehen. Wer dann nichts erfährt oder vertröstet wird, der sollte sich andere Prioritäten setzen.

Es ist schon ein Phänomen wir oft man nach „Wir melden uns…!“ oder „Ich melde mich…!“, dann doch nichts hört. Wirklich

Asche über das Haupt derjeniger, die sich nicht melden!

So geht man nicht mit Menschen um! Wenigstens die Info, dass sich eine Entscheidung noch hinzieht, kann beruhigend wirken und das Image des Verletzers also des Sagenden von „Wir melden uns!“, durchaus positiv beeinflussen. Man fragt sich bei einigen Unternehmen im Umgang mit Bewerbern, ob sie auch so mit Kunden umgehen?! Und dann von Fachkräftemangel reden….anderes Thema!!!

 

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Geht doch putzen!

Seit dem Start meines Blogs erreichen mich immer wieder Fragen. Eine Frage häuft sich derzeit ganz besonders:

„Wie gehst du mit *klugen* Ratschlägen um?“

Ich höre es immer wieder, dass Menschen, die in der Arbeitslosigkeit sind, Ratschläge – oft auch wirklich ernst gemeint – nicht nur von den Engsten in ihrem Leben bekommen. Alle Arbeitslosen, die ich bisher kennengelernt habe, suchen eigentlich nur den Job, der zu ihnen passt. Viele reden davon, dass sie auch echt anstrengende Jobs machen würden, wenn das Arbeitsumfeld stimmt.

 

„Geh Kartons stapeln!“

„Geh putzen!“

„Geh Taxi fahren!“

Ich versuche mich bei diesen sehr klug gemeinten (*Ironie aus*) Ratschlägen in mein Gegenüber zu versetzen.

Diese Person weiß es nicht besser. Sie war noch nie arbeitslos und sie wird daher eh nichts verstehen!

Komischerweise kommen diese Ratschläge aber erst, wenn man mit den Personen nicht redet oder zu viel redet. Ein gesundes Maß an Informationen ist das beste. Selbst seiner Ehefrau oder der Freundin erzählt man nicht alles, was man an einem Arbeitstag so erlebt hat. Stimmt doch, oder?!

Ich weiß aber, dass der eine oder andere ein Problem mit mir hat, gehe ich auch schon mal auf diese Person zu. Das kann Freundschaften bewahren.

Kann ich auf diese Person in meinem Leben verzichten oder nicht?

Das sollte man sich vorher fragen. Es kann aber auch schon mal sein, dass ich diesen Ratschlägen mit einem gewissen Gegenargument ausweiche:

„Kartons stapeln, putzen oder Taxi fahren sind Jobs, für die auch du Qualifikationen brauchst. Um diese Qualifikationen zu erreichen, bekommst du aber kein Geld vom Amt. Außerdem denke mal nach, was du da sagst. Damit diskriminierst du nicht nur mich – ich kanns aber ab – sondern vor allem die Facharbeiter. Nämlich den Taxifahrer, die Putzfrau und den Lagerarbeiter! Außerdem:

Wenn du es besser weißt, gibt mir deine Mail-Adresse und du bekommst meine Bewerbungsunterlagen. Dann kannst dich gerne für mich umhören und mir einen Job verschaffen!“

Schwubbs, hat man eigentlich den gewünschten Effekt. Entweder, die Person hilft einem wirklich oder sie weicht ganz schnell auf ein anders Thema aus. Eventuell kann die Konversation auch gelaufen sein. Wie man´s auch will. Die Person, die einem kluge Ratschläge zur Beendigung der Arbeitslosigkeit gibt, wird mit Widerworten nie glücklich sein.

 

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Der Burger-Brater-Onkel

In meiner Stadt machte ein Fast-Food-Restaurant auf. Die regionalen Zeitungen waren vor Eröffnung schon voll mit den Stellenanzeigen. Eine Stellenanzeige war für mich besonders interessant.

Restaurantleiter

  • kaufmännische Ausbildung

  • Erfahrung in der Gastronomie

  • Flexibilität – Bereitschaft zu Nachtschichten

  • PKW und Führerschein vorhanden

  • Multi-Kulturelles Verständnis

Eindeutig, das traf mein Profil. So sahen es auch die Personaler, die mich nach Hamburg zum Vorstellungsgespräch einluden.  Das ganze Bewerbungsverfahren war mehr als professionell. In der Stellenanzeige gab es schon mehrere Möglichkeiten wie man seine Bewerbung einreichen darf. Ich machte es bei einem Besuch persönlich. Schon am nächsten Tag erhielt ich eine Mail, dass ich im Bewerbungsverfahren bin, wie lange ich noch die Möglichkeit habe Unterlagen einzureichen, wen ich persönlich anrufen kann und wie lange die Entscheidungsfindung bis zu den Einladungen dauert. Mit einer sehr detaillierten Einladung fuhr ich nun nach Hamburg.

Ein klasse Büro in Top-Lage. Selbst Parkplätze für Gäste waren ausreichend vorhanden.

Das Vorstellungsgespräch hat richtig Spaß gemacht. Nach der obligatorischen Vorstellungsrunde machte man mir klar, dass man mich für das Gesamt-Unternehmen gewinnen möchte und den Umsatz durch mein regionales Netzwerk steigern möchte. Ich wäre der richtige Mensch für Events, Öffentlichkeitsarbeit und Aktionen im regionalen Einzugsgebiet. Der Deutschlandchef drückte sich so aus:

„Ich habe auch als „BURGER-BRATER-ONKEL“ in meiner Stadt begonnen!“

Mich mit etwas zu identifizieren, zu verkörpern und auch als solches in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden, stellt für mich ja auch eher eine Motivation dar. Also, wo waren die Details, welche mich zur Absage zwangen:

Es ging nach 10 Minuten Vorstellung nicht um ein Restaurant, sondern um zwei bis drei Standorte. Alles mit Privatwagen!!!

Zwischen 70 und 80 Mitarbeiter. Ziemlich kaltes Wasser ohne Führungserfahrung!

Die genaue Erklärung mit Verlauf einer Schulung, dass man für Personalführung nach 3 Monaten in der Lage sei, half da auch nicht so viel. Nach dieser Erklärung wollte man mich weiter motivieren. Man erreichte das Gegenteil:

„Sie sind für den Erfolg zuständig! Damit auch für Ihr Gehalt. Sie werden ganz schnell merken, was es bedeutet, wenn zum Beispiel in der Nachtschicht ein bis zwei Mitarbeiter zu viel sind, das betrifft dann sofort Ihr persönliches Ergebnis und damit Ihr Geld!“

Schon eine Aussage, die mich eigentlich motiviert, aber bei einem Fast-Food-Restaurant bedeutet dieses, selber an der Burger-Station oder der Friteuse zu stehen. Wenn Feiertags-, Wochenend-, und Nachtschichtzuschläge gezahlt werden, kann man sich ja denken, an welchen Tagen die Arbeitskraft am teuersten ist, und man sich selber einsetzten sollte. Es ging weiter mit ehrlichen, aber schon kuriosen Aussagen:

„Unser Stammpersonal besteht aus Studenten und Schülern in diesen Restaurants. Sie gelten als unzuverlässig. Hier ist Ihre Stärke. Sie sind gerade etwas älter und können diese wesentlich besser motivieren. Das größte Problem für unsere Mitarbeiter ist die Erreichbarkeit. In den Gewerbegebieten an den Autobahnen fährt kein ÖPNV!“

Das bedeutet, dass bei Personalmangel der Restraurantleiter sein Team auch mal persönlich abholt? Ein klares „JA“ von beiden Gesprächspartnern.

Bis jetzt hätte ich aber zusagt, aber es kam zu einer Aussage, die den „Burger-Brater-Onkel“ von einer anderen Seite zeigte:

„Wir haben Sie eingeladen, weil Sie das Verständnis für verwaltungstechnische Vorgänge haben. Durch Ihr Riesen-Netzwerk, Herr Sprenger, haben Sie ein sehr ausgeprägtes multi-kulturelles Verständnis und sind in der Lage beides zu verknüpfen. Wir brauchen an diesen Standorten jemanden, der beides verknüpfen kann, um vor allem unsere ausländischen Mitarbeiter mit Arbeitserlaubnissen zu versorgen!“

„Meine Herren, lassen Sie mich bitte kurz zusammenfassen! Ich soll

  1. Personalkosten in den Griff bekommen, indem ich selber zu allgemein unbeliebten Arbeitszeiten in der Küche bzw. Verkauf stehe?
  2. Ich soll Schüler und Studenten motivieren, pünktlich und selbstständig zur Arbeit zu kommen? Wenn nicht, hole ich sie?
  3. Ich soll Ansprechpartner und Helfer für ca. 40 ausländische Mitarbeiter sein, damit sie Arbeitserlaubnisse bei den Ämtern erhalten?
  4. So soll ich mit meinem Privatwagen ca. 3 Standorte im Umkreis von 40 Kilometern betreuen?

Wo bleibt da noch die Zeit den Burger-Brater-Onkel für Öffentlichkeitsarbeit, Events und so zu machen?“

„Sie haben den „BURGER-BRATER-ONKEL“ eigentlich schon sehr gut zusammengefasst!“

Es ging in die Gehaltsverhandlungen. Hier kam man mir mit einem Dienstwagen auf 1%-Regelung entgegen. Allerdings komplett mit Werbung. Nicht schlimm, fand ich, alles okay.

Auf dem Rückweg machte ich Halt an einem der besagten Standorte. Es begrüßte mich freundlichen ein indischer Mitarbeiter auf Englisch. Der türkische Koch sprach seinen Kollegen im Verkauf an:

„Ey, Yeside, dein Burger ist fertig!“

Am Counter neben mir wollte eine Dame einen „Kaffee-Latte“ haben:

„Unser brasilianischer Coffée-Boy macht Ihnen aus cubanischen Bohnen die beste Latte, die Sie in Deutschland kriegen können. Sie müssen bitte nur eben rüber an den anderen Tresen gehen!“

Mein Eindruck war, die haben schon alle ihren Spaß auf der Arbeit und warum sollte ich da nicht reinpassen? Ich sprach mit Freunden und Familie über das Angebot. Zwei Tage später nahm ich es an! Aber warum bin ich jetzt kein Burger-Brater-Onkel geworden?

Weder das Amt noch das Fast-Food-Restaurant selber bekamen es hin mir die Infektionsschutz-Belehrung beim Gesundheitsamt zu zahlen oder nur vorzufinanzieren. Außerdem war die nächste Belehrung erst Wochen später, sodass ich es nicht mehr vor Arbeitsbeginn geschafft hätte! Später anfangen ging aufgrund des Schulungsplan nicht.

 

 

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Passt schon! – 3 Sichtweisen auf Vermittlungsvorschläge

Immer wieder hört man von Arbeitssuchenden, dass sie wahllos mit irgend welchen Vermittlungsvorschlägen vom Arbeitsamt versorgt werden.

In Gesprächen mit Politikern und Verantwortlichen für den Arbeitsmarkt sage ich immer wieder, dass das Arbeitsamt und die regionalen Jobcenter qualifizierter vermitteln müssen.

Ferner ist es für alle Beteiligten einfacher, günstiger und umweltschonender

Ein Vermittlungsvorschlag vom Arbeitsamt besteht in der Regel aus circa drei doppelseitig bedrucken DIN A4 Seiten. Grundsätzlich ist das erstmal gut, da man wirklich sehr viele Informationen über die Stelle erhält. Leider können dort auch viel zu viele Informationen stehen, die einen die Bewerbung echt schwer machen. Viel mehr demotiviert es Menschen, die nach einem Job suchen. Hier ein aktuelles Beispiel:

Englisch verhandls

DIE SICHT DES BEWERBERS

Erstmal klingt diese Stellenanzeige ja gut. Dazu ist das Unternehmen auf kununu.de gut bewertet und es spricht eigentlich nichts gegen eine Bewerbung. Dazu ein 13. Gehalt. Also, wo ist jetzt das Problem für mich als Bewerber?

Die Kirche mal im Dorf lassen

Ich spreche weder ein „verhandlungssicheres Englisch“ noch eine 2. Fremdsprache. Dazu kommt, dass eigentlich keine Erfahrung im Sanitärbereich vorhanden ist. Warum sollte ich mich da jetzt bewerben? Nach Rücksprache mit den Arbeitsvermittlern wird man eigentlich nur ermutigt mit den Worten:

Man kann es ja mal versuchen. Per Mail bewerben kostet doch nichts!

Aber genau hier liegt der Hase im Pfeffer begraben. Der Vermittler schaut hier nicht über den Tellerrand. Wir reden bei den Qualifikationen um ein Jahresgehalt von mind. 35000€ zum Einstieg. Dazu kommt es noch, dass das Unternehmen in der Branche sehr bekannt ist und aufgrund dessen schon viele Bewerbungen bekommt. Ich habe mich bei der Ansprechpartnerin gemeldet:

80 Bewerbungen nach 3 Tagen eingegangen.

Wo ist da jetzt noch die Chance, dass man ohne die genannten Voraussetzungen diese Stelle bekommt? Sie liegt bei gleich 0. Gucken wir weiter über den Tellerrand. Man hat eine Bewerbung geschrieben, obwohl mal weiß, dass man absolut nicht die Qualifikationen vorweisen kann. Man bekommt in jedem Fall eine Absage. Eine Absage führt bei den meistens zu einer Demotivation. Wem ein „Nein“ bzw. eine Absage auf seine Bewerbung motiviert, der sollte echt mal zum Arzt. Es demotiviert! Viele schreiben nach Absagen erstmal gar keine Bewerbungen mehr.

DIE SICHT DES UNTERNEHMERS / HR-MANAGER

Immer wieder hört man von den Unternehmern, ob es wirklich noch qualifiziertes Personal auf dem Arbeitsmarkt gäbe? Sehr wahrscheinlich wird es schon unter den ersten 80 Bewerbungen einen Qualifizierten geben. Der reicht ja auch erstmal. Aber leider heißt das auch, dass er 79 Absagen versenden muss.

79 Absagen = 79 x schlechte Mund-zu-Mund-Propaganda.

Viele davon hervorgerufen durch versandte Vermittlungsvorschläge des Arbeitsamts. Ein Unternehmer meinte mal zu mir, deshalb schreibe er nicht mehr beim Arbeitsamt aus. Er bekäme dadurch nur „unqualifizierte“ Bewerber, die zu Mehrkosten in den Prozessen – durch viele Absagen – führen. Denn man möchte nicht, dass man Menschen, die bei ihm arbeiten möchten, verprelle. Denn als Einzelhändler schreibt man auch gewiss zu Kunden im direkten Einzugsgebiet Absagen. So könnte er mit einer Absage einen Kunden verlieren.

Kostenlos beim Amt ausschreiben = teurer als bei Stepstone oder Tageszeitungen

Teilweise wird das Unternehmen sogar auch noch parallel vom Amt angeschrieben mit dem Vorschlag des Bewerbers. Was für eine Bürokratie!

DIE SICHT DER ARBEITSAGENTUR / ARBEITSVERMITTLER

Der Arbeitsvermittler sitzt in seinem Büro und schaut in sein System, welchen Arbeitslosen er auf welche Stelle vermitteln kann. Er liest die Anforderungen des Unternehmers und denkt sich:

„Passt schon!“

Hauptsache er findet einen Bewerber, ob dieser nun unerlässliche Voraussetzungen erfüllt oder nicht. Der Vermittler kann aber sagen, dass er Vermittlungsvorschläge erarbeitet hat. Arbeitsnachweis geschafften! Leider wird hier aber nicht die Qualität bewertet. Nein, viel mehr schafft er einen ziemlich komplizierten Verwaltungsvorgang. Der Bewerber wird angeschrieben und muss sich zurückmelden. Wenn keine Rückmeldung kommt, kann dem Bewerber das Geld gekürzt werden. Ggf. wird der Unternehmer auch angeschrieben und muss sich zurückmelden. Letztendlich hat sich der Vermittler nur Arbeit gemacht und eine Menge an Kosten erschaffen.

Das was ich hier schreibe, hat mir kürzlich ein Arbeitsvermittler der Bundesagentur für Arbeit geklagt. Er hatte durchaus auch qualifizierte Bewerber, aber für die Stelle, die er vermitteln musste, erstelle er über 20 Vermittlungsvorschläge. Mit Wissen aus Erfahrung, dass es mindestens 18 Absagen und 20 Verwaltungsvorgänge nach sich ziehen wird, die er zu bearbeiten hat.

FAZIT

Würden Ämter qualifizierter und nicht immer quantitativ vermitteln, währen Unternehmer, Arbeitslose und Angestellte in den Ämtern motivierter. Dazu spart es noch eine Menge an Geld und betrachtet man das Papier, welches noch versandt und bedruckt werden muss, schont es definitiv die Umwelt.