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Und was ist bei Krankheit? Gesundheitsmanagement Dienstwagentausch!

Jedes Ratgeberbuch zu Vorstellungsgesprächen würde aussagen:

Diese Frage stellt man in einem Vorstellungsgespräch nicht!

Wer in den Außendienst möchte, kommt meistens um einen Dienstwagen nicht rum. Dieses versuchen einige Firmen auch immer als Motivationsfaktor zu sehen. Nun traf mich echt der Schlag als zu einem Vorstellungsgespräch geladen wurde.

Ich kam in meiner Heimatstadt in ein zentrales Hotel, um ein Gespräch zu führen. Die Firma war ein Unternehmen, welches Werkstattbedarf im Direktvertrieb anbot. Ich wurde schon im Foyer von einem Herren am Stehtisch mit grüner Tischhusse und grüner Krawatte begrüßt. Ich sollte meine Unterschrift leisten, dass ich auch wirklich anwesend war. Ich wurde in einen Raum begleitet.

Abgedunkelt. Sitzreihen in Kinooptik zur Leinwand. Getränke und Snacks zum Selbernehmen. Hellgrüne Deko.

Beeindruckendes CI. Überzeugt. Aber trotzdem ein wenig übertrieben mit grüner Farbe. Es begann eine Präsentation über das Unternehmen, die Produkte und den Job. Die Präsentation bestand aus Videos. Es kamen nicht nur Kunden zu Wort wie toll die Produkte und nett die Mitarbeiter sind, nein, auch die Mitarbeiter und Lieferanten. Aber alles schön in grün!

 Fielmann-Werbung zum Vergleich bitte!!!

Ich schaute auf die Uhr. 20 Minuten waren vergangen. Jetzt muss doch mal etwas Negatives kommen?! Nein! Jetzt kam der Vertriebsleiter und stellte die Verdienstmöglichkeiten vor. Wohlgemerkt, ich war nicht alleine im Raum. Das Kino war zur Hälfte besetzt mit circa 10 Leuten.

Ja. Jetzt kam der Schlag. Diese Folie fehlte wirklich noch. Aber ich musste zwei Mal hinschauen:

Eine Folie mit der Übersicht der Dienstwagen nach Umsatz. Es kann schon mal üblich sein, dass dieses nach Jahresumsatz geht. Aber meine Nachfrage auf die Folie innerhalb der Präsentation kam auch wieder aus mir raus geschossen, da die Folie nicht Jahre, sondern Monate anzeigte:

„Tauschen Sie bei 500 Außendienstmitarbeitern deutschlandweit alle vier Wochen den Dienstwagen?“

„Nein. Nicht ganz. Aber dieses gehört mit zu unserer Motivationssteigerung. Sie fangen bei uns mit einem Golf an. Sollten Sie unter einen gewissen Umsatz kommen, bekommen Sie einen Ford Fiesta. Aber da wir niemanden im ersten halben Jahr haben, der zum Vormonat weniger verdient, kommen Sie sehr schnell zum Passat bzw. Audi A4. Bei gleichbleibenden Umsatz behalten Sie Ihr Auto.“

Es folgte eine Frage aus den Ratgebern, die man nie stellen sollte:

„Und was ist bei Krankheit?“

Sehen Sie einfach zu, dass Sie gesund bleiben! Die Vertriebstagungen in der Zentrale sind alle 4 Wochen. Spätestens dann bekommen Sie ein neues Auto.

TOLLES MOTIVATIONSMODELL

Die Farbe grün steht doch für Gesundheit und Kraft?! Aber das wurde mir zu grün. Zu einem weiteren Termin kam es dann auch nicht seitens des Unternehmens.

 

 

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Drucker fehlt – Amt unterfinanziert?

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In der Gruppe habe ich es schon schon öfter sagen müssen.

Wenn man Geld vom Staat bekommt, muss man sich auf Spielregeln einlassen.

Telefonanrufe oder persönliches Erscheinen nützt dort oft nicht viel. In den meisten Fällen sollte man schreiben.

 Anträge verfassen!!! Egal, wie „pillepalle“ es auch ist.

Der aktuelle Fall ist allerdings echt zum Mäusemelken. Hier geht es auch noch um Geld, welches man zum Leben wirklich braucht.

Da braucht das Amt natürlich – auch verständlich – Nachweise. Die schickt man doch gerne. Jetzt werden diese Nachweise eingescannt und losgeschickt, um diese ggf. auch weiterzuleiten. Damit erspart man sich Post und die Verwaltung/Amt sich damit eigentlich die gesamte Postbearbeitung etc. Jetzt kommt die Antwort:

Bitte ausdrucken

 

Hiermit kann man schon verstehen wieso einige Menschen mit dem Amt auf Kriegsfuß stehen. Es frustriert, wenn sowas zurückkommt. Man wird dort als Kunde bezeichnet. Aber ist das wirklich Kundenorientierung? Egal, wie der Kunde getrietzt wird oder nicht. Für mich ist das einfach nur eine Verschwendung von Ressourcen in der Verwaltung.

Kostenbewusstsein? Was ist das?

Viel mehr frage ich mich aber, ob die Verwaltung wirklich keinen einsatzfähigen Drucker hat.

 

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Falaffel und einen neuen Angestellten, bitte!

Der Besuch in einem Dönerladen ließ mich erstaunt eine Nacht verbringen. Es kann doch ziemlich leicht sein den passenden Angestellten zu finden.

Ich saß dort nun bei meinem Dönerteller mit Pommes. Den Laden betrat ein Mann und er begrüßte die Besitzerin:

„Hallo Schwester! Hast du Falaffel für mich?“

Beide setzen sich an einen Tisch und tauschten ihre Herstellungsweisen für einen typischen Döner aus.

Primär ging es dabei um die Eröffnung eines neuen Ladens.

Aber jetzt fehlten dem „Bruder“ zur Eröffnungsparty noch Angestellte.

„Kein Problem!“, sagte die Schwester. „Ich schick dir Armir! Der ist zwar ein bisschen langsam, aber zuverlässig!“

„Gut, Schwester, der war gerade bei mir, ich wollte nur wissen, was du von ihm denkst, ich nehme ihn dann!

Jetzt brauch ich nur noch deine Falaffel. Meine Frau wird die nicht rechtzeitig fertig bekommen!“

„Wenn du mir Armir abnimmst, bekommst du die Falaffel unter Geschwistern!“

WENN DEALS/VERTRÄGE IM ARBEITSLEBEN DOCH IMMER SO EINFACH WÄREN.

 

 

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Wie schafft man als Arbeitsloser Arbeitsplätze?

KOMMUNALPOLITIK

Ja. Das ist die Antwort auf die Frage wie man Arbeitsplätze als Arbeitsloser schafft. Geh in die Kommunalpolitik!

Das ist ein Grund, warum meine Arbeitsvermittlerin mich immer Arbeitslosenexot nannte. Man hat eigentlich ständig in der Kommunalpolitik mit Planungs- und Baurecht zu tun. Hier geht es um Erweiterungen von Gewerbegebieten, einzelnen Unternehmen oder die Neuschaffung von Gewerbegebieten. Auch, wenn die Gewerbegebiete verkauft werden, werden wir als Ratsherren natürlich gefragt und müssen zustimmen, ablehnen oder uns enthalten, um nur einige Beispiele zu nennen. Sie sagte immer, dass ich dieser exotische Kunde sei, der mehr Arbeitsplätze schafft als sie vermitteln könne.

Es ging bei uns um den Neubau einer Logistikhalle mit über 80000qm. Das soll laut Investor bis zu

400 neue Arbeitsplätze

schaffen. Jetzt könnte man mir Eigennutzen vorwerfen, aber nein, danke. Die Logistik ist nicht meine Zielbranche. Es ist aber schon ein beklemmendes Gefühl ständig mit diesen Themen konfrontiert zu sein.

Ferner geht es darum, ob wir investieren und eine neue Autobahnabfahrt schaffen. Zwar als Verkehrsentlastung, aber um diese zu finanzieren, fällt ein Gewerbegebiet direkt am Bremer Kreuz ab.

 Im Best Case bis zu 3800 neue Arbeitsplätze

Als Arbeitsloser, der auch motiviert nach Arbeit sucht und nichts findet, ist das schon ein beklemmendes, aber eher unbeschreibliches Gefühl für sowas die Hand zu heben. Natürlich stellt man sich auch in meiner Situation die Frage, ob da mal für einen selber etwas abfällt. Zu der Zeit, wo ich noch in Lohn und Brot war, habe ich diesen Vorhaben aus tiefster Überzeugung zugestimmt.

Viel mehr freut mich aber nach der Zustimmung zu einer Unternehmenserweiterung, dass ein Mitglied aus der Gruppe dort einen neuen Job gefunden hat.

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„Einen Moment bitte!“ – Die Aufschreiberin

Ich traute meinen Augen und Ohren nicht als ich das sah und hörte.

Auf einer politischen Veranstaltung bat mich ein Freund zur Seite und zeigte mir aus dem Personalbereich ein Video.

Das Vorstellungsgespräch für die eine Stelle in der obersten Verwaltungsebene wurde aufgenommen,

um es damit jedem Ratsmitglied zugänglich zu machen. Erstmal fand ich das schon kurios. Aber da die Ortsverwaltung nur 10 Ratsfrauen und -herren hatte, kann man sowas auch jedem zur Verfügung stellen. Außerdem wurde das Video nur mit Einverständnis des Bewerbers und der Verpflichtung nach vorheriger Übermittlung an den Bewerber den Ratsmitgliedern zugänglich gemacht. So hat der Bewerber die Chance gehabt sich selber zu sehen und selber zu beurteilen. Wer schon mal an Kommunikationstrainings teilgenommen hat, der weiß, wie sinnvoll die Kamera sein kann, um sich selbst zu verbessern. Beim Sport ist es mit den Videoanalysen nichts anderes.

Nun zum Thema.

Eine Frau Ende 30 betrat den Raum.

Es wurde sich begrüßt und sie sagte sofort, dass, wenn man sie nicht verstünde (allerdings kein Akzent) es dran läge, dass sie erst vor 3 Jahren nach Deutschland gezogen sei, um Ihren deutschen Freund zu heiraten. Ihre Wurzeln lägen in Polen. Sie hätte aber in den drei Jahren gearbeitet und nebenbei ihr internationales Studium in Recht- und Verwaltungslehre über eine Fernuni in Polen beendet. All ihre Abschlüsse auch der Master seien den deutschen Abschlüssen gegenüber gleichwertig. Die Frau setze sich, klappe ihre Mappe auf und wurde gefragt:

„Haben`sch gut hergefunne?“

„Einen Moment bitte!“ Sie schrieb etwas auf. „Bitte entschuldigen Sie, Sie meinen, ob ich gut hergefunden habe?!“

„Ja, wir wollen doch hoffen, dass Ihnen auf der Reise hierher nichts widerfahren ist?!“

„Ja, danke der Nachfrage, ich habe sehr gut hergefunden, ich habe nur lediglich Ihren Dialekt nicht verstanden! Dementsprechend werde ich mir heute noch weitere Fragen von Ihnen notieren bevor ich antworte!“

„Woher kennen Sie unseren Ort? Waren Sie vielleicht schon mal hier? Haben Sie irgend welche Beziehungen zu unserem Ort?“

„Einen Moment bitte!“ Es wurde geschrieben! Es wurde überlegt!

„Ja, mein Mann arbeitet bei der hiesigen Tischlerei. Mein Sohn geht in Ihren Kindergarten und wir wohnen im Nachbarort. Haben gerade neu gebaut!“

„Ohh, das ist ja toll. Dann sind Sie ja schon richtig mit uns verbunden!“ „Ja, Heinrich, steht doch im Lebenslauf!“ (Interviewer waren zwei hohe Verwaltungsbeamte und eine Frau)

„Einen Moment, bitte!“ Es wurde geschrieben! Es wurde überlegt!

„War das jetzt eine Frage zu meinem Lebenslauf oder meiner Bewerbung, um zu wissen, wo das steht?!“

„Nein, alles gut! Nur ein Zwischenruf von mir! Lassen Sie uns weitermachen!“

Langsam ließ es mit dem Aufschreiben nach und es wurde auch mal direkt geantwortet. Aber jetzt wurden die gewissen Fragen gestellt:

„Warum wollen Sie bei uns arbeiten? Warum sollen wir Sie einstellen? In welcher Traifgruppe sehen Sie sich? Wo sehen sich in fünf Jahren?“

Bei jeder dieser wichtigen Fragen:

„Einen Moment, bitte!“ Es wurde geschrieben! Es wurde überlegt!

Es wurde aber auch immer souverän geantwortet. Das Vorstellungsgespräch war mehr als professionell von beiden Seiten. Meine Frage an meinen Parteifreund: „Die habt ihr eingestellt, oder?“

„Klar, wozu die beiden Herren über ein halbes Jahr brauchten, hat sie 14 Tage gebraucht! Bereits im September, sonst immer Dezember, haben wir den neuen Haushalt verabschiedet mit 10% Einsparungen, die niemanden jucken!“

 

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Handelsware Mensch

„Wir haben uns einstimmig dafür entschieden, Sie nicht einzustellen. Ihre Fachlichkeit und Menschlichkeit passt hervorragend zu uns, aber wir sind dennoch der Meinung, dass Sie zu viel denken anstatt zu machen!“

Ich bin zu einem Vorstellungsgespräch einen gesamten Tag unterwegs gewesen. Gesamtstrecke rund 650 Kilometer. Im Vorstellungsgespräch merkte ich bereits eine Abwesenheit eines der drei Interviewer. Mit starrem Blickkontakt oder der Aufforderung, dass er eine  Frage vielleicht mal beantworten könnte, blieb er in seiner Müdigkeit und Langeweile stecken. Die dritte Tasse Kaffee half wohl auch nicht mehr.
Ich wusste gleich, dass ich diesen Menschen nicht überzeugt habe. Drei Tage später bekam ich eine Standard-Absage. Aber durch mein Bitten hin im Vorstellungsgespräch mir telefonisch den wahren Grund bei Ablehnung mitzuteilen, bekam ich die obige Begründung mit einem Anruf genannt.

„Handelsware Mensch!“

Hierzu gibt es einen passenden wissenschaftlichen Artikel:

http://www.humanresourcesmanager.de/ressorts/artikel/der-ideale-mitarbeiterxxx-1999010363

Unternehmen sind heutzutage teils so detailliert durchsystematisiert, dass man schon fast von einer Überorganisation sprechen kann. Hier passt eben halt nur der Mensch rein, der alle Kriterien bereits erfüllt. Wie oft bin ich bei meinen Recherchen zu meinen Ablehnungsgründen schon auf das dumpfe Beispiel gekommen:

„Sie haben keine Kenntnisse oder Zertifikate im SAP!“

Jeder Unternehmer weiß eigentlich wie teuer es ist einen Mitarbeiter auf die gewünschte Effizienz im SAP zu schulen. Darum tuen sich auch viele Jobcenter schwer den vielen kaufmännischen Arbeitslosen SAP-Schulungen zu geben. Hier wird aber auch die Handelsware Mensch deutlich. Viele Arbeitslose in meiner Gruppe berichten mir davon, sie würden gerne SAP nachgeschult bekommen, aber auf der anderen Seite habe ich mindestens genau so viele Stimmen, die sagen, dass sie ihren Job aufgeben mussten, weil ihr tägliches Handeln auf irgend ein Waren-Wirtschaftssystem komplett beschränkt war. Selber habe ich es in der Ausbildung kennengelernt, dass das ständige starren auf die selbe Bildschirmoberfläche mit den immer sich wiederholenden Tastenanschlägen schon rammdösig machen kann. Eben halt das Füttern des WWS. Aber ohne dem läuft es nicht. Was soll man ändern? Da viele Unternehmen hier nicht kreativ sind, kann es nur die Antwort geben:

„Handelsware Mensch!“

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Zwei Amüsierte und ein Angepisster – Der Tassenverkauf

Verkaufen Sie mir diese Tasse!

Die Aufgabe bekam ich in einem Vorstellungsgespräch für den Direktvertrieb von Werkzeugen gestellt. Ich war absolut nicht auf sowas vorbereitet. Ich versuchte es irgend wie. Logisch, es gelang mir nicht. Grundsätzlich passte diese Frage aber zum gesamten Charakter des Vorstellungsgesprächs. Es war mehr ein Casting. Schon alleine, dass es in einem Landhotel stattfand, könnte man als ungewöhnlich betrachten. Somit waren meine Hoffnungen nachdem mir mein Vorgänger und ich meinem Nachfolger die Türklinke in die Hand gab eh nicht sehr groß in die zweite Runde zu kommen. Ich ging aus dem Vorstellungsgespräch wie folgt raus, nicht nur, weil ich froh war, dort raus gewesen zu sein:

Abharken! Weitermachen!

Dennoch ließ mich diese Aufgabe nicht in Ruhe. Ich sprach mit bekannten Personalern und Vertrieblern über diese Situation. Ich hatte eigentlich erwartet, dass ich eine Standardantwort bekomme, da ich hoffte, dass dieses auch eine Standardaufgabe für den Bewerber sei, um zu erfahren, wie der Bewerber reagiert. Ich bekam allerdings ein Wirrwarr an Antworten:

Immerhin hast du gezeigt, dass du lösungsorientiert bist.

Du hättest die Aufgabe ablehnen sollen, um zu zeigen, dass du Unwichtiges von Wichtigem trennen kannst.

Du hättest ablehnen sollen, kaum machst du so eine Aufgabe, könntest du dich auch prostituieren.

Gib die Aufgabe zurück und frag wie er es gerne hätte, damit du dich auf seine Arbeitsweise einstellen kannst.

Ein Ex-Arbeitskollege brachte mich zu einer Lösung mit seiner Antwort:

Verkauf die Tasse einfach! Denn, wo findet beim Barverkauf die Eigentumsübertragung statt?

Gut einen Monat später hatte ich ein Vorstellungsgespräch. Wieder bei einem Direktvertriebler für Werkzeuge. Dieses Mal allerdings in der Firma und mit drei Interviewpartnern. Schon beim Eintreten in den Raum sah ich die Kaffeetassen und musste leicht grinsen.  Nach der Einführungsrunde wurde mir adhoc diese Aufgabe gestellt. Ja, man sah mir ein süffisantes Lächeln an:

„Ich verkaufe Ihnen diese Tasse gerne, aber damit das auch funktioniert, benötige ich von Ihnen bitte ein Geldstück. Egal, ob es eine Cent- oder Euromünze ist. Leider habe ich im Moment kein Geld dabei!“

Drei Herren gucken sich fragend an. Einer griff in sein Jacket, zückte die Geldbörse und gab mir ein 20-Cent-Stück.

„Danke, die Tasse gehört Ihnen für 20 Cent!“

„Meine Herren, wenn Sie mir sinnfreie Aufgaben stellen, erwarten Sie bitte keine sinnvollen Lösungsansätze von mir! Ich werde meine Kunden garantiert nie über den Tisch ziehen, so wie ich Sie gerade. Den Bedarf einer Tasse haben Sie alle gedeckt. Jeder hat vor sich eine stehen. Somit sehe ich keinen Bedarf aus freien Stücken bzw. einen, den ich wecken kann!“

„Jaahhh…- Denkpause -….Sie sind wirklich der Erste, der diese unlösbare Aufgabe erledigt hat!“

Ich habe diesen Job leider nicht bekommen. Woran es lag, konnte ich auch nicht mit Nachfassen per Telefon klären. Eines bewahrt allerdings meine Überzeugung dieses wieder zu tun, falls mir diese Frage gestellt wird:

Zwei amüsierte und ein angepisstes Gesicht

Die 20 Cent habe ich übrigens zurückgegeben.

 

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10 Schritte zur Null-Bock-Phase

Warum vielen Arbeitssuchenden beim Bewerben manchmal die Motivation schwindet, ist vielen Arbeitenden gar nicht bewusst. Aber man stelle sich vor:

  1. Man liest die Stellenanzeige
  2. Motivation kommt auf
  3. Man informiert sich über das Unternehmen
  4. Motivation wird höher
  5. Man schreibt eine klasse Bewerbung (Motivationsschreiben).
  6. Motivation wird höher
  7. Man klickt auf „E-Mail-Senden“
  8. Motivation wird höher
  9. Sofortige Rückantwort:Absage 2

10. Motivation geht ins Negative / Null-Bock-Phase kehrt ein

 

Lange habe ich gewartet. Aber es gibt solche Absagen tatsächlich. Dazu kommt noch, dass auf der Karriere-Seite des Unternehmens in den sog. Mangelberufen gesucht wird. Also dort, wo angeblich Fachkräftemangel herrscht. Kein Wunder, wer solche unpersönlichen Antworten auf Bewerbungen schreibt, sollte sich aber nicht über Fachkräftemangel beschweren. Wäre es zum Vorstellungsgespräch gekommen, hätte ich liebend gerne gefragt:

„Gehen Sie auch so unpersönlich mit Ihren Kunden um?“

 

 

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5 bei der Stasi – 5 beim Amt

Ein Mitglied der Gruppe erzählte bei seinem ersten Besuch nur seinen Namen. Bei seinem zweiten Besuch erzählte er von seiner Flucht über die damalige innerdeutsche Grenze. Nach zwei Jahren Neuanfang in Bremen bekam er eine Postkarte seiner Tante. Handgeschrieben mit ihrer sehr markanten Schrift. Seine Mutter sei gestorben. Er reiste nun als West-Deutscher mit Papieren ein. Auf dem Friedhof angekommen, war aber keine Beerdigung. Man nahm ihn fest. 30 Tage Gefängnis und Verhör. Er erzählte, er hätte fünf Mitarbeiter gehabt, die sich nur um seine Person gekümmert haben.

  1. Der Wachmann

  2. Der Vernehmer

  3. Der zweite Wachmann

  4. Der zweite Vernehmer

  5. Der Spion in West-Deutschland

Nun ist er arbeitslos und bekommt Hartz 4. Aber wieder kümmern sich fünf Menschen täglich um ihn.

  1. Der Fallmanager/Arbeitsvermittler

  2. Ansprechpartner im Arbeitgeberservice

  3. Ansprechpartner für seine Fortbildung

  4. Ansprechpartner im Leistungsbereich

  5. Ansprechpartner für Bewerbungen/Vorstellungsgespräche

Die Zahl der Stasi kann ich nicht bestätigen, aber die Zahl beim Amt auf genau die Aufzählung. Ein ganz schön perfider Vergleich, aber ich kann den Menschen in seiner Frustration verstehen. Aber auch solche Geschichten gehören zur Arbeitssuche.

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Reibungswärme = Nestwärme

Wer im Vertrieb eine neue Herausforderung sucht, dem stehen eigentlich die Türen offen, sagt man.

Im Vorstellungsgespräch ging es um Pflege-, Putz-, und Schutzmittel für Haushalt, Garten, Auto und professionelle Anwendungen.

Da ich so einen Job schon mal gemacht habe, war ich aber viel mehr auf das „innovative“ Vertriebskonzept gespannt, welches mir am Telefon versprochen wurde. Ich hatte in einem Autobahnhotel ein sehr nettes und gutes Vorstellungsgespräch. Man merkte, dass man zu einander passen würde. Aber da war dieses entscheidende Detail mit meiner Nachfrage:

„Sie haben mir am Telefon gesagt, dass Sie mir Ihr innovatives Vertriebskonzept vorstellen möchten. Könnten Sie das bitte tun!“

„Unser Vertriebskonzept wird abgeleitet von unseren Produkten. Die Produkte sind für alle anwendbar.  Egal, wo Sie reingehen und die Türklinke runterdrücken, haben Sie einen Bedarf. Altenheime, Werkstätten, Bauhöfe oder der große Industriebetrieb. Für jeden das passende, im gesamten Portfolio mit über 90% Alleinstellungsmerkmalen der Marke.“

„Gut. Ich habe mir vor dem Gespräch Ihren Online-Katalog angeschaut. Im Ausverkauf ist gerade ein Multi-Reiniger für 1,79€. Wohlgemerkt netto. Was kann dieser Multi-Reiniger besser als der von Rossmann für 0,99€. Wohlgemerkt brutto?“

GROSSES KOLLEKTIVES KINNLADENFALLEN

Es gab vom Verkaufsleiter einen Vortrag über den Vertriebsmenschen, sorry Roboter, den man gerne haben möchte. Man müsse im Vertrieb hinter dem Produkt und der Marke stehen. Man müsse die Firmenphilosophie verkörpern und nach außen tragen. Dann würde es auch der Kunden merken und kaufen. Wenn die Persönlichkeit dazu überzeugend und kompetent rüberkommt, dann unterschreibt jeder.

Kurz gesagt: Ziehe den Kunden so über den Tisch, dass er die Reibungswärme als Nestwärme empfindet!